Überflüssige Verkehrszeichen sind nach Ansicht von Verkehrspsychologen ein erheblicher Faktor für steigende Aggressivität im Straßenverkehr. Karl-Friedrich Voss, Vorsitzender des Bundesverbands der niedergelassenen Verkehrspsychologen, spricht sich für eine regelmäßige Entlastung des überfüllten „Schilderwaldes“ aus. Er hebt hervor, dass es wichtiger sei, die bestehenden Verkehrsregeln konsequent zu befolgen, statt die Anzahl der Schilder weiter zu vergrößern.
Modellprojekt in Bohmte: Verkehr ohne Schilder
Ein interessantes Beispiel für die Umsetzung dieser Idee findet sich in Bohmte, einer Gemeinde im Landkreis Osnabrück. Dort wurde im Stadtzentrum seit fast zwei Jahrzehnten auf Verkehrsschilder sowie Fahrbahnmarkierungen verzichtet. Die einzige Regel, die in diesem Bereich gilt, ist „rechts vor links“. Bürgermeister Markus Kleinkauertz (CDU) erklärte, dass das Konzept des Shared Space, in dem Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer denselben Raum nutzen, äußerst erfolgreich ist. Vor der Einführung dieses Modells gab es an einer Kreuzung mit Ampeln jährlich bis zu 45 teils schwere Unfälle, während diese Zahl auf acht bis zehn Unfälle pro Jahr gesenkt werden konnte, was zu einer drastischen Verringerung der Verletzten führte.
Initiativen zur Förderung von Rücksichtnahme
Um die Rücksichtnahme im Verkehr weiter zu steigern, wird im Land Niedersachsen eine Plakataktion initiiert. In Bohmte wird das Shared-Space-Konzept bereits seit 2008 erfolgreich umgesetzt.
Studie zur Aggressivität im Straßenverkehr
Eine Langzeitstudie zur Unfallforschung der Versicherer zeigt einen besorgniserregenden Anstieg aggressiven Verhaltens im Straßenverkehr in den letzten zehn Jahren. Laut der Leiterin der Unfallforschung der Versicherer, Kirstin Zeidler, haben sich fast alle 23 ermittelten Werte für aggressives Verhalten im Straßenverkehr seit der letzten Studie im Jahr 2023 verschlechtert. Diese Studie wird seit 2010 durchgeführt und die neuesten Ergebnisse wurden vor kurzem veröffentlicht.
Empfehlungen zur Stressbewältigung beim Fahren
Um Stress im Straßenverkehr zu reduzieren, empfiehlt Voss, vorausschauend zu fahren und andere Verkehrsteilnehmer nicht als Störfaktoren wahrzunehmen. Er betont, dass ein respektvolles Miteinander im Verkehr entscheidend ist und eine übertriebene Anspruchshaltung nicht zielführend ist. Provokationen sollten vermieden werden, um Konflikte zu verhindern.
Aktuelle Verkehrsunfallstatistik
Die aktuelle Verkehrsunfallstatistik aus dem ersten Halbjahr 2025 verzeichnet einen Anstieg der Verkehrsunfälle auf bundesweiter Ebene. In Niedersachsen bleibt die Unfallzahl auf hohem Niveau, während die Zahl der Verkehrstoten im Vergleich zum Vorjahr um etwa sieben Prozent gestiegen ist. Besonders betroffen sind zwei Altersgruppen, die in den Statistiken hervorgehoben werden.
Quellen: NDR, tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.