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Wie das neue Handelsabkommen zwischen der EU und Australien die Wirtschaft beeinflusst

Die EU und Australien haben ein Handelsabkommen unterzeichnet, das über 99 Prozent der Zölle auf Exporte und Importe senkt. Damit erwarten beide Seiten einen signifikanten Anstieg des Handels, insbesondere in der Milch- und Automobilindustrie.

Wie das neue Handelsabkommen zwischen der EU und Australien die Wirtschaft beeinflusst
Diliff via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Jahrelange Verhandlungen haben nun zu einem bedeutenden Handelsabkommen zwischen der Europäischen Union und Australien geführt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und der australische Premierminister Anthony Albanese unterzeichneten am Dienstag in Canberra einen Vertrag, der darauf abzielt, Zölle abzubauen und die wirtschaftliche Zusammenarbeit zu intensivieren. Ein zentrales Ziel der EU ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern.

Die Vereinbarung sieht vor, dass über 99 Prozent der Zölle auf EU-Exporte nach Australien entfallen. Laut Angaben der EU-Kommission wird dies für europäische Unternehmen eine jährliche Einsparung von etwa einer Milliarde Euro an Zollgebühren bedeuten. Zudem werden die Zölle auf Importe kritischer Mineralien gesenkt.

Erwartetes Wachstum im Handel mit Australien

Das Handelsabkommen soll nicht nur den Warenverkehr erleichtern, sondern auch den Austausch von Dienstleistungen und Investitionen fördern. Die EU prognostiziert, dass ihre Exporte nach Australien innerhalb der nächsten zehn Jahre um ein Drittel ansteigen werden. Besonders die Milch- und Automobilindustrie rechnen mit einem Wachstum von rund 50 Prozent. Australien hingegen hofft, seine Absatzmärkte für landwirtschaftliche Produkte zu diversifizieren.

„Die EU und Australien mögen geografisch weit voneinander entfernt sein, aber in unserer Sicht auf die Welt könnten wir einander nicht näher sein“, sagte von der Leyen nach der Unterzeichnung des Abkommens.

In einer Rede vor dem australischen Parlament betonte sie, dass die Einigung ein faires Abkommen sei, das sowohl den Unternehmen in Australien als auch in Europa zugutekomme.

Strategische Rohstoffversorgung im Fokus

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Abkommens ist der Zugang der EU zu kritischen Rohstoffen aus Australien. Die EU-Kommission erklärte, dass Australien ein bedeutender Produzent von Rohstoffen wie Aluminium, Lithium und Mangan sei, die für die wirtschaftliche Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der EU entscheidend sind. Die Vereinbarung enthält spezielle Bestimmungen, die den Markt für europäische Unternehmen stabiler und verlässlicher gestalten sollen. Die EU kommuniziert auch mit anderen wichtigen Partnern, um ihre strategischen Interessen zu wahren.

„Wir dürfen bei so wichtigen Rohstoffen nicht zu sehr von einem einzigen Lieferanten abhängig sein, und genau deshalb brauchen wir einander“, betonte von der Leyen vor dem Parlament.

Verteidigungskooperation stärken

Im Hinblick auf aktuelle Sicherheitsherausforderungen haben die EU und Australien auch eine engere Zusammenarbeit im Verteidigungssektor vereinbart. Beide Seiten wollen gemeinsam an der Verbesserung der maritimen Sicherheit, der Cyber-Sicherheit sowie der Bekämpfung hybrider Bedrohungen arbeiten. Zudem ist eine Kooperation im Bereich neuer Technologien, einschließlich Künstlicher Intelligenz, vorgesehen.

„Unsere Sicherheit ist eure Sicherheit, und mit unserer neuen Sicherheits- und Verteidigungspartnerschaft stehen wir füreinander ein“, erklärte von der Leyen.

Die EU-Kommissionspräsidentin hatte bereits zuvor die Bedeutung des Handels mit Australien hervorgehoben. Australien gilt als der größte Lithiumlieferant weltweit und verfügt über Rohstoffe, die für die sauberen Technologien der Zukunft von großer Bedeutung sind.

Wirtschaftliche Vorteile für die EU

Die EU exportiert im Gegenzug Maschinen, Chemikalien und Bauteile für den Verkehrssektor nach Australien. Insbesondere der deutsche Maschinenbau und die Chemieindustrie werden von dem neuen Handelsabkommen profitieren.

Der Handelsvertrag muss nun einer juristischen Überprüfung unterzogen werden, die in der Regel mehrere Monate in Anspruch nimmt. Zudem ist eine Übersetzung in alle 24 Amtssprachen der EU erforderlich, bevor das Abkommen von dem Europäischen Parlament und dem australischen Parlament ratifiziert werden kann.

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Bildquelle: Diliff via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

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