Wolfsburg – Oliver Blume, der Vorstandsvorsitzende von Volkswagen, kündigt einen grundlegenden Umbau der Produktionsstruktur an. In einem Interview mit dem „Manager-Magazin“ erklärte Blume, dass das Unternehmen plant, die Produktionskapazitäten weltweit erheblich zu reduzieren. „Aktuell beschäftigen wir uns mit bis zu einer weiteren Million Kapazität, um die globale Marktsituation abzubilden“, so der VW-Chef.
Bereits in China hat Volkswagen die Produktion um eine Million Fahrzeuge pro Jahr verringert. Diese Maßnahme scheint jedoch nicht ausreichend zu sein. Auch in Europa wird eine drastische Reduzierung erwartet: Insbesondere bei Volkswagen und Audi sollen die Produktionskapazitäten bis 2028 um eine weitere Million Fahrzeuge jährlich gesenkt werden.
Blume betonte: „Dann kommen wir von insgesamt über zwölf Millionen investierten Kapazitäten auf nachhaltig neun Millionen Fahrzeuge pro Jahr.“
Die Sparmaßnahmen bei Volkswagen sind umfassend: Bereits Ende 2024 wurde eine Einigung mit dem Betriebsrat erzielt, die den Abbau von 35.000 Arbeitsplätzen in Deutschland vorsieht. Bis 2030 sollen sogar insgesamt 50.000 Stellen im gesamten Konzern, zu dem auch Audi und Porsche gehören, wegfallen.
Oliver Blume, der vor schwierigen Marktbedingungen steht, äußerte sich optimistisch über die Fortschritte bei der Senkung der Fabrikkosten. „Wir machen derzeit Fortschritte, wie sie bei Volkswagen zuvor noch nie gegeben haben. Dennoch belasten uns weiter zu hohe Kapazitäten, die am Ende viel Geld kosten. Wir müssen einen geeigneten Weg erarbeiten, wie wir damit umgehen“, erklärte er.
Hintergründe der Umstrukturierung
Die drastischen Maßnahmen sind eine Reaktion auf die rückläufigen Verkaufszahlen. Seit der Corona-Pandemie liegt der Absatz bei etwa neun Millionen Fahrzeugen jährlich, was einen deutlichen Rückgang im Vergleich zu den elf Millionen im Boomjahr 2019 darstellt. Volkswagen strebt an, mit „dem Momentum seiner Produkte“ wieder zu wachsen, konkretisierte jedoch nicht, was dies genau bedeutet. Blume bleibt vorsichtig optimistisch: „Aber wir können uns darauf in der gegenwärtigen Weltlage nicht verlassen.“
Strategien für die Zukunft
In den USA arbeitet Volkswagen ebenfalls an seiner Zukunft. Für die neue Marke Scout zeigt sich Blume offen für Partnerschaften, um das Risiko zu minimieren. „Das wäre eine Frage der Risikominimierung“, sagte er. Eine endgültige Entscheidung steht jedoch noch aus. Währenddessen wird der Bau eines neuen Werks in South Carolina vorangetrieben, und es gibt Spekulationen über einen möglichen Börsengang.
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