Die anhaltenden Hitzewellen und die Trockenheit in zahlreichen Regionen Deutschlands haben die landwirtschaftlichen Erträge erheblich beeinträchtigt. Besonders die südlichen und westlichen Bundesländer sind von diesen extremen klimatischen Bedingungen betroffen, unter denen die Pflanzen leiden. Die Landwirte sind gefordert, sich an diese veränderten Gegebenheiten anzupassen.
Thomas Domin, ein Landwirt aus Peickwitz, angrenzend an Brandenburg und Sachsen, beschreibt die Lage als vielschichtig.
„Bei manchen hat ein kräftiges Gewitter geholfen, um die Ernte etwas zu verbessern,“
erläutert er. Die Wetterbedingungen in diesem Jahr waren stark unterschiedlich, sodass in einem Dorf ergiebiger Regen fiel, während in der benachbarten Gemeinde kaum Niederschlag zu verzeichnen war. Diese Diskrepanz führte zu stark schwankenden Erträgen.
Trotz eines extrem trockenen Junis, der die Qualität der Getreideernte minderte, war die Erntebilanz für Domin vergleichsweise positiv. Die Futtermittel für seine Tiere gedeihen gut, was ihm voraussichtlich erlaubt, weniger Futter zukaufen zu müssen. Dennoch wirken sich die geringeren Getreideerträge negativ auf seine Einkünfte aus, zumal die Erzeugerpreise momentan niedrig sind. Die Kosten für Diesel, Düngemittel und Pflanzenschutzmittel steigen gleichzeitig, was die wirtschaftliche Situation von Domin und anderen Landwirten in Ostdeutschland weiter belastet.
Joachim Rukwied, der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, äußert große Bedenken hinsichtlich der Ernteprognosen. Die Getreideernte wird auf 41,9 Millionen Tonnen geschätzt, was einen Rückgang von sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet. Der Ertrag pro Hektar ist um neun Prozent gesunken, was auf kleinere und qualitativ minderwertige Körner zurückzuführen ist. Besonders der Winterraps hat mit einem Ertragsrückgang von 20 Prozent zu kämpfen. Kombiniert mit der Hitze und Trockenheit führt dies zur Vermehrung von Schädlingen, was die Situation weiter verschärft.
Die Landwirte fordern politische Unterstützung zur Milderung ihrer finanziellen Belastungen. Rukwied spricht sich für eine schnellere Auszahlung der EU-Direktbeihilfen sowie eine Erhöhung der Düngemittelbeihilfen aus. Um die nächste Ernte zu finanzieren, benötigen die Betriebe dringend Liquidität. Zudem wird die Forderung nach einer Senkung der Agrardieselsteuern laut, um die wirtschaftliche Last zu verringern. Viele Landwirte stehen vor der ernsten Frage, ob sie ihre Betriebe aufgeben müssen, da Unsicherheit über zukünftige Erträge und Produktionskosten herrscht.
Um seinen Hof an die Herausforderungen des Klimawandels anzupassen, hat Thomas Domin bereits Maßnahmen ergriffen. Er hat begonnen, seine Felder durch Baumreihen zu strukturieren, um die Auswirkungen von Hitze und Trockenheit zu mindern. Diese Agroforst-Methode erweist sich als vorteilhaft, da sie Schatten spendet, den Wind mindert und die Bodenfeuchtigkeit erhöht. Zudem fördert sie die Biodiversität und bietet Lebensräume für Wildtiere.
Domin experimentiert auch mit hitze- und dürreresistenten Getreidesorten. So hat er Teff, eine Naturhirse aus Äthiopien, angepflanzt, die in kargen Böden gedeiht, jedoch durch Patente in ihrer Verbreitung behindert wird. Der Norddeutsche Champagnerroggen zeigt bessere Erträge, hat aber einen niedrigeren Ertrag im Vergleich zu herkömmlichen Sorten.
Um seine wirtschaftliche Lage zu stabilisieren, kooperiert Domin mit einem regionalen Bäcker, der seine Produkte verarbeitet. Der Verkauf über den eigenen Hofladen ermöglicht ihm die Preisgestaltung und eine bessere Kostenkontrolle. Die Kunden schätzen die regionalen Produkte und reisen von weit her an.
Domin äußert den Wunsch nach einer Überprüfung der Mindestlohnregelungen, da die hohen Personalkosten in Kombination mit den geringen Erlösen in schwierigen Jahren eine erhebliche Belastung darstellen. Die Lage in der Landwirtschaft bleibt angespannt, und die Landwirte hoffen auf politische Unterstützung, um die anstehenden Herausforderungen zu meistern.
Quellen: tagesschau, Die Zeit
Bildquelle: Ermell via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.