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Goldreserven als Finanzierungsquelle: DIW-Präsident Fratzscher plädiert für Verkauf zur Krisenbewältigung

DIW-Präsident Marcel Fratzscher empfiehlt, Teile der deutschen Goldreserven im Wert von 440 Milliarden Euro zu verkaufen, um die Wirtschaft in der aktuellen Krise zu unterstützen. Er sieht darin eine Möglichkeit, Investitionen in Bildung und Infrastruktur zu fördern.

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Goldreserven als Finanzierungsquelle: DIW-Präsident Fratzscher plädiert für Verkauf zur Krisenbewältigung

26.04.2026, 09:17 Uhr

Der Goldpreis hat im vergangenen Jahr erheblich zugenommen. Die Deutsche Bundesbank verwaltet immense Goldreserven, während Deutschland sich in einer tiefgreifenden wirtschaftlichen Krise befindet. Marcel Fratzscher, der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), sieht die Möglichkeit, mit diesen „riesigen Rücklagen“ die Wirtschaft zu stimulieren.

Fratzscher fordert, dass Deutschland einen Teil seiner Goldreserven veräußert, um die aktuelle Krise zu bewältigen. „Die deutschen Goldreserven haben heute einen Wert von nahezu 440 Milliarden Euro“, erklärte er in einem Interview. „Das stellt ein enormes Sparschwein für Krisensituationen dar. Ein gewisser Teil sollte genutzt werden, um die Krise zu bekämpfen und um Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen zu entlasten.“ Der Erlös aus einem möglichen Verkauf könnte in Bereiche wie Bildung oder Infrastruktur investiert werden.

Die Deutsche Bundesbank hält 3350 Tonnen Gold, was die zweitgrößten Bestände weltweit nach den USA ausmacht. Davon sind 1710 Tonnen in Frankfurt am Main gelagert, 1236 Tonnen in New York und 404 Tonnen in London.

Verwaltung der Goldreserven

Fratzscher betont, dass der Verkauf der Goldreserven nicht einfach von der Bundesregierung angeordnet werden kann. „Das Gold wird von der Bundesbank verwaltet“, so der DIW-Präsident. „Selbst ein Bundeskanzler kann nicht einfach anordnen: Ihr müsst jetzt das Gold verkaufen.“ Dennoch spricht er sich dafür aus, das „Tabu“ zu brechen und diese Reserven in Betracht zu ziehen.

Die geografische Verteilung der Goldreserven hat historische Hintergründe. Ab Mitte 1951 begann die Bank Deutscher Länder, die Vorgängerin der Bundesbank, mit dem Aufbau von Goldreserven. Das Wirtschaftswunder nach dem Zweiten Weltkrieg führte zu einem rasanten Anstieg des deutschen Goldschatzes, da der florierende Export der Bundesrepublik viele Dollar einbrachte, die bei der US-Zentralbank gegen Goldforderungen eingetauscht wurden. Während des Kalten Krieges war es gewollt, deutsches Gold „westlich des Rheins“ und möglichst außerhalb der Landesgrenzen zu lagern, um als Puffer für Währungskrisen zu dienen.

Entwicklung des Goldpreises

Im vergangenen Jahr stieg der Goldpreis aufgrund geopolitischer Spannungen, der expansiven Geldpolitik vieler Zentralbanken und Inflationsängsten erheblich. Er erhöhte sich von über 2600 US-Dollar auf mehr als 5000 US-Dollar. Aktuell liegt der Goldpreis bei etwa 4700 US-Dollar.

Zusätzlich sind Preisanpassungen für das Deutschlandticket ein Thema, das in der aktuellen wirtschaftlichen Lage Beachtung finden sollte. Auch der Fachkräftemangel in der Fleischwirtschaft ist eine Herausforderung, die durch die demografischen Veränderungen verstärkt wird.

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Bildquelle: depositphotos

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