Hohe Anfangsinvestitionen prägen den Umstieg auf Elektro-Lkw
Ein Preis von etwa einer Million Euro wird für die Einrichtung der nötigen Ladeinfrastruktur einschließlich eigener Ladesäulen und Batteriespeicher veranschlagt, um den ersten Elektro-Lkw in Betrieb zu nehmen, erklärt Sebastian Minninger, Fuhrparkleiter der Spedition Ludwig. Umweltschutz und CO2-Reduktion stehen für das Unternehmen im Vordergrund, sagt Iris Ludwig, die Geschäftsführerin.
Testphase bei der Spedition Ludwig
Am Morgen des Tages auf dem Gelände der Spedition Ludwig in Dreis-Brück, Rheinland-Pfalz, bereitet sich die Lkw-Fahrerin Jennifer Mayer auf ihren Einsatz vor. Sie fährt mit einem Elektro-Sattelschlepper, um Drehverschlüsse für einen großen Getränkehersteller zu transportieren. „Die Kunden bemerken, dass sie mich kaum hören, wenn ich ankomme“, berichtet Mayer.
Marktentwicklung und Zulassungszahlen
Die Neuzulassungen von Elektro-Lkw über 3,5 Tonnen haben in Deutschland im ersten Halbjahr 2026 einen Anstieg von 88,5 Prozent erreicht, was in einer Gesamtzahl von 3.545 Fahrzeugen resultiert. Damit erreicht diese Antriebsart einen Marktanteil von 8,7 Prozent, während der EU-Durchschnitt bei 4,8 Prozent liegt, wie aus den Daten des Europäischen Automobilherstellerverbands (ACEA) hervorgeht.
Wirtschaftliche Vorteile auf langen Strecken
Die Spedition Ludwig hat den Elektro-Lkw auf unterschiedlichen Routen getestet, wobei das DAF-Modell voll aufgeladen eine Reichweite von fast 500 Kilometern hat. Iris Ludwig hebt hervor, dass es auf langen Strecken finanzielle Vorteile gibt, insbesondere durch Einsparungen bei der Maut und den Dieselpreisen, die aufgrund der aktuellen Marktlage hoch sind. Elektro-Lkw sind bis Ende Juni 2031 von der Lkw-Maut befreit.
Gesundheitliche Vorteile durch reduzierte Emissionen
Auch der Logistik-Dienstleister Contargo, der Container zwischen verschiedenen Seehäfen transportiert, hat positive Erfahrungen mit E-Lkw gemacht. Andreas Roer, der Standortleiter in Wörth, betont die gesundheitlichen Vorteile für die Fahrer, da Lärm und Abgase kaum mehr vorhanden sind.
Herausforderungen beim Ausbau der Ladeinfrastruktur
Thorsten Hölser, Geschäftsführer des Speditions- und Logistikverbands Hessen/Rheinland-Pfalz, verweist auf die Schwierigkeiten beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Obwohl Ladesäulen auf Betriebshöfen verstärkt installiert werden, hapert es am Netzausbau und der schnellen Umsetzung durch Energielieferanten.
Öffentliches Schnellladenetz in Planung
Aktuelle Informationen des Bundesverkehrsministeriums zeigen, dass es in Deutschland 88 öffentlich zugängliche Lade-Standorte für E-Lkw gibt, die insgesamt 355 Ladepunkte bereitstellen. Ein zusätzliches Schnellladenetz für Nutzfahrzeuge ist in Planung, mit dem Ziel, bis 2030 rund 4.200 Ladepunkte zu installieren.
Fahren ohne Reichweitenangst
Jennifer Mayer hat bislang keine Bedenken bezüglich der Reichweite ihres Elektro-Lkw gehabt. „Ich komme immer mit genügend Akkukapazität zurück“, erklärt sie und fügt hinzu, dass der E-Lkw eine gute Leistung bietet, jedoch beim Rangieren besondere Vorsicht verlangt.
Quellen: tagesschau
Bildquelle: MAbW via Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)
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