In Deutschland ist ein Anstieg der Kraftstoffpreise zu beobachten, wobei Diesel besonders betroffen ist. Seit Anfang Juli sind die Kosten für Diesel um etwa 34 Cent pro Liter gestiegen, während Super E10 um über 20 Cent teurer wurde.
Ursachen für steigende Preise
Ein wesentlicher Grund für den Anstieg der Dieselpreise ist das Auslaufen des Tankrabatts von 17 Cent, der Ende Juni 2023 nicht länger gilt. Auffallend ist zudem, dass Diesel inzwischen teurer ist als Benzin, obwohl er steuerlich begünstigt ist. Diese Entwicklung deutet darauf hin, dass sich die Spritpreise zunehmend von den Rohölpreisen auf den Märkten entkoppeln.
Rohölpreise und ihre Auswirkungen auf den Kraftstoffmarkt
Der Preis für ein Barrel der Nordseesorte Brent hat seit seinem Höchststand von über 126 Dollar Ende April deutlich nachgelassen und liegt mittlerweile etwa 30 Dollar unter diesem Wert. Allerdings zeigt sich dieser Rückgang nicht an den Tankstellen. Laut Thu Lan Nguyen von der Commerzbank kaufen Tankstellen kein Rohöl direkt, sondern verarbeitete Produkte, was zusätzliche Kosten verursacht.
Verarbeitungskosten und Diesel-Crack-Spread
Die Umwandlung von Rohöl in Diesel und Benzin bringt variable und gegenwärtig instabile Kosten mit sich. Der Diesel-Crack-Spread, der den Preisunterschied zwischen Diesel und Rohöl misst, hat sich zuletzt stark erhöht und nähert sich mit über 90 Dollar pro Barrel einem Rekordhoch. Die Internationale Energieagentur (IEA) weist auf Rekordwerte bei den Raffineriemargen für Diesel, Kerosin und Benzin im Atlantikraum hin.
Globale Kraftstoffknappheit und ihre Ursachen
Auf globaler Ebene sind die Vorräte an fertigen Kraftstoffen begrenzt. Angriffe im Zusammenhang mit dem Iran-Krieg haben Raffinerien entweder beschädigt oder deren Betrieb aus Sicherheitsgründen eingeschränkt. Dies, kombiniert mit den Einschränkungen des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus, hat die Ausfuhr von Diesel und anderen Ölprodukten erheblich reduziert. Auch ukrainische Drohnenangriffe auf russische Raffinerien haben die Situation verschärft.
Einfluss von russischen Exporten und Konkurrenz
Im Juli lagen die Exporte aus Russland, dem Nahen Osten und Asien um 1,3 Millionen Barrel pro Tag unter dem Vorjahresniveau, was etwa ein Fünftel des globalen Dieselhandels auf dem Seeweg entspricht. Ein russischer Exportstopp für Diesel ab dem 8. Juli hat die Lage zusätzlich belastet. Deutschland spürt die Auswirkungen dieser Entwicklungen, auch ohne russischen Diesel zu importieren. Die Konkurrenz aus Asien, das ebenfalls unter Lieferengpässen leidet, führt zu einer Verknappung des Angebots und höheren Preisen in Europa.
Niedrigwasser im Rhein als weiterer Faktor
Ein zusätzliches Problem stellt das Niedrigwasser im Rhein dar, das für den Transport von Treibstoffen entscheidend ist. Die niedrigen Wasserstände erhöhen die Transportkosten, was regional die Spritpreise beeinflussen kann. Ähnliche Bedingungen führten in der Vergangenheit, wie im Sommer 2018, vor allem im Süden Deutschlands zu höheren Preisen. Christian Laberer, Kraftstoffmarktexperte beim ADAC, betont: „Das derzeitige Niedrigwasser am Rhein wirkt preistreibend.“
Prognose für die Rohölpreise
Die Lage beim Rohöl bleibt angespannt. Über die Straße von Hormus wird vorerst voraussichtlich weniger Öl fließen als vor dem Iran-Krieg. Experten erwarten keine schnelle Rückkehr der Ölpreise auf das Niveau vor dem Konflikt. Die Preisspanne für Rohöl könnte bis Ende des Jahres zwischen 80 und 100 Dollar pro Barrel liegen.
US-Dieselexporte und Heizöl-Nachfrage
Die USA, einer der größten Diesel-Exportländer, haben ihre Lieferungen zuletzt gesteigert, doch die Raffinerien sind bereits stark ausgelastet. Die Lagerbestände an Diesel und Heizöl in den USA sind auf dem niedrigsten Stand für diese Jahreszeit seit 30 Jahren. Im Winter könnte die Nachfrage nach Heizöl, das chemisch eng mit Diesel verwandt ist, die Situation weiter zuspitzen.
Fazit: Hohe Dieselpreise werden voraussichtlich bestehen bleiben
Für die Verbraucher bedeutet dies, dass trotz eines möglichen Rückgangs der Ölpreise und steigender Pegelstände am Rhein nicht automatisch mit niedrigeren Spritpreisen zu rechnen ist. Solange die globalen Raffineriekapazitäten begrenzt sind und wesentliche Lieferströme ausbleiben, dürften die Dieselpreise hoch bleiben. Eine rasche Entspannung an den Tankstellen ist daher vorerst nicht zu erwarten.
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Quellen: tagesschau, Merkur
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.