Am 22. Juni 2026 verstarb Wolfgang Behrendt, der erste Athlet der DDR, der bei Olympischen Spielen eine Goldmedaille errang. Die Nachricht über seinen Tod, der im Alter von 90 Jahren erfolgte, wurde erst jetzt veröffentlicht. Behrendt wurde am 14. Juni 1936 in Berlin geboren und verbrachte seine Kindheit im Stadtteil Weißensee.
Sein bedeutendster sportlicher Erfolg stellte sich 1956 während der Olympischen Spiele in Melbourne ein. Im zarten Alter von 20 Jahren sicherte er sich im Bantamgewicht die Goldmedaille, indem er im Finale gegen den Südkoreaner Song Soon Chon mit 2:1 Punkten triumphierte. Dieser Sieg war nicht nur für den Boxer von großer Bedeutung, sondern auch ein historischer Moment für die DDR.
Bis zu seinem Lebensende lebte Behrendt in Berlin und führte ein zurückgezogenes, jedoch selbstbestimmtes Leben. Laut seiner Schwiegertochter, Marina Behrendt, mied er in seinen letzten Jahren den Kontakt zu Personen und litt sowohl körperlich als auch psychisch unter Erschöpfungszuständen.
Die Beisetzung fand im engsten Familienkreis statt. Behrendt war nicht nur aktiv im Boxsport, sondern blieb auch nach seiner Karriere mit dem Sport verbunden. Er engagierte sich viele Jahre im Präsidium des DDR-Boxverbandes und arbeitete fast drei Jahrzehnte lang als Sportfotograf für die Tageszeitung Neues Deutschland.
Sein Tod wird von vielen in der Boxgemeinschaft betrauert. Henry Maske, ein bekannter Olympiasieger und Weltmeister, sprach von Behrendts angenehmem Wesen und seinen sportlichen Fähigkeiten und bezeichnete ihn als einen bescheidenen Menschen.
In den letzten Jahren musste Behrendt mehrere persönliche Schicksalsschläge hinnehmen. 2016 verstarb seine Frau Monika, mit der er 56 Jahre verheiratet war. 2022 verlor er seinen Sohn Mario, der ebenfalls als Boxer an Olympischen Spielen teilgenommen hatte, und im März 2026 starb sein jüngerer Sohn Heiko.
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Quellen: t-online, Merkur
Bildquelle: Von Bundesarchiv, Bild 183-41894-0001 / CC-BY-SA 3.0, CC BY-SA 3.0 de, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=5353236