Der FC Bayern München befindet sich in einer heiklen Situation: Nach dem 2:1-Sieg im Hinspiel der Champions League gegen Real Madrid ist die Stimmung euphorisch. Dennoch bemühen sich die Verantwortlichen, die Erwartungen zu dämpfen, obwohl die Statistiken für die Münchener sprechen.
Vorstandsvorsitzender Jan-Christian Dreesen bezeichnete die Ausgangslage als „fantastisch“. Doch vor dem entscheidenden Duell gegen die Königlichen sind die Alarmglocken beim deutschen Rekordmeister laut. Obwohl die Bayern im Viertelfinal-Hinspiel „Fußball vom Feinsten“ zeigten, warnte Ex-Vorstand Karl-Heinz Rummenigge eindringlich davor, die Euphorie zu überschätzen.
„Ich nehme im Moment einen kleinen Hype wahr, und der gefällt mir ehrlich gesagt nicht“, sagte Rummenigge vor dem Rückspiel in der Allianz Arena am Mittwoch (21 Uhr/DAZN und im ntv.de-Liveticker).
Diese Botschaft scheint bei den Spielern angekommen zu sein. Leon Goretzka betonte: „Wir wissen schon ganz genau, gegen wen wir da spielen und was das für ein Spiel ist – eine brutal schwierige Aufgabe.“ Er erinnerte daran, dass Real Madrid im Hinspiel schnell zu Torchancen kam.
Statistische Vorteile für Bayern
Real Madrid, mit 15 Titeln der unangefochtene Rekordgewinner der Champions League, bleibt ein Mythos im Weltfußball. Laut Vizekapitän Joshua Kimmich ist es „völlig egal, wie sie in Form sind“, wenn es um die Champions League geht: „Wenn Champions League ist, dann performen sie.“ Dennoch spricht die Statistik klar für den FC Bayern: In 30 K.-o.-Duellen nach einem Auswärtssieg schieden die Münchener nur einmal aus, und zwar 2011 gegen Inter Mailand (1:0/2:3). Zudem hat Real Madrid nach einer Heimpleite noch nie das Weiterkommen geschafft.
Kontrollierte Euphorie gefordert
Doch die Situation ist alles andere als klar. Es ist ein schmaler Grat, denn die Verantwortlichen möchten die „kontrollierte Euphorie“ ins Rückspiel mitnehmen. Sportvorstand Max Eberl erklärte: „Wir wissen, was für ein großer Gegner am Mittwoch auf uns trifft. Wir haben eine gute Ausgangslage, wissen aber auch, dass wir noch nicht durch sind.“ Im Hinspiel war es vor allem Manuel Neuer, der mit seinen Paraden entscheidend zum Sieg beitrug. Goretzka hofft, dass die Mannschaft die richtigen Lehren aus dem Hinspiel zieht und das Rückspiel erfolgreich gestaltet.
Erinnerungen an vergangene Duelle
Ein mögliches Halbfinale ist beim FC Bayern derzeit kein Thema. Der Fokus liegt ganz auf dem Rückspiel gegen Real Madrid, die den Rekordmeister in der Vergangenheit oft genug geärgert haben. Rummenigge erinnerte an das Halbfinale 2014, als die Bayern nach einem knappen 0:1 in Madrid zu Hause mit 0:4 verloren. Der letzte Sieg gegen Real in München datiert aus dem Jahr 2012, seither gab es in vier Begegnungen drei Niederlagen und ein Unentschieden.
Deshalb ist das Wort „Remontada“, was so viel wie Aufholjagd bedeutet, bei den Königlichen in aller Munde. Nationalspieler Antonio Rüdiger äußerte: „Wir haben immer Vertrauen. Wir leben noch.“ Auch Trainer Álvaro Arbeloa betonte den Nimbus des Rekordsiegers: „Wenn eine Mannschaft in München gewinnen kann, dann ist es Real Madrid. Ich bin fest davon überzeugt, dass wir nach Deutschland fahren und gewinnen werden. Wer nicht daran glaubt, kann in Madrid bleiben.“
In der aktuellen Situation könnte auch eine neue Strategie des Trainers von Bedeutung sein, um die Mannschaft optimal auf das Rückspiel vorzubereiten. Zudem wird die politische Lage in München möglicherweise auch Einfluss auf die Stimmung im Team haben. Schließlich steht auch das Rheinische Derby vor der Tür, das für zusätzliche Ablenkung sorgen könnte.
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