Die berühmte irische Schauspielerin Brenda Fricker, die durch ihre Rolle in dem Film „Mein linker Fuß“ von 1989 berühmt wurde, ist im Alter von 81 Jahren verstorben. Ihr Tod hinterlässt eine große Lücke in der Filmwelt, die sie über mehrere Jahrzehnte hinweg geprägt hat.
Im Jahr 1990 wurde Fricker mit dem Oscar für die beste Nebendarstellerin ausgezeichnet, nachdem sie die Mutter des Charakters von Daniel Day-Lewis in „Mein linker Fuß“ spielte. Ihre schauspielerische Laufbahn umfasste auch die langjährige Rolle der Krankenschwester Megan Roach in der BBC-Serie „Casualty“, die sie von 1986 bis 2010 begleitete. Darüber hinaus wurde sie 1992 durch ihre Darstellung der Taubenlady in „Kevin – Allein in New York“ einem breiteren Publikum bekannt.
In einer offiziellen Mitteilung äußerte ihr Agent Phil Belfield:
„Wir werden sie nicht wiedersehen, und die Welt ist ärmer ohne sie.“
Er hob hervor, wie stolz er war, mit ihr zusammengearbeitet zu haben.
Derek Thompson, ein ehemaliger Kollege aus „Casualty“, ehrte Fricker und bezeichnete sie als die beste Schauspielerin, mit der er je zusammengearbeitet habe. Cathy Shipton, die ebenfalls Teil der Serie war, charakterisierte sie als eine der authentischsten Personen, die sie je getroffen habe.
1990 schrieb sie Geschichte, als sie als erste irische Schauspielerin einen Academy Award gewann und dabei große Hollywood-Stars wie Julia Roberts und Anjelica Huston hinter sich ließ. „Mein linker Fuß“ basiert auf der wahren Geschichte von Christy Brown, einem irischen Mann mit Zerebralparese, der nur seinen linken Fuß bewegen konnte. Auch Daniel Day-Lewis wurde für seine Hauptrolle mit einem Oscar ausgezeichnet.
Zwei Jahre später hatte Fricker eine denkwürdige Rolle als obdachlose Taubenlady in „Kevin – Allein in New York“, wo sie eine Freundschaft mit Macaulay Culkins Charakter Kevin entwickelte.
Zu ihren weiteren bemerkenswerten Filmrollen zählen „So I Married An Axe Murderer“ (1993), „Angels In The Outfield“ (1994), „A Time To Kill“ (1996) und „Veronica Guerin“ (2003). Fricker selbst äußerte, dass sie der Überzeugung sei, ihre Karriere hätte sich möglicherweise anders entwickelt, wäre da nicht der Oscar gewesen. Der Preis habe sie in bestimmte Rollen gedrängt und oft hätte man sie übersehen.
Simon Harris, der irische Tánaiste, zeigte sich tief betroffen über Frickers Tod und bezeichnete sie als „nationalen Schatz“. Er lobte ihre außergewöhnliche Begabung und die Authentizität, die sie in jede ihrer Rollen einbrachte. Harris betonte, dass sie zu den größten Talenten gehörte, die Irland je hervorgebracht hat.
Der US-Botschafter in Irland, Edward Walsh, würdigte Fricker als „eine Größe des irischen Films“ und hob ihre unvergessliche Leistung in „Mein linker Fuß“ besonders hervor. Er betonte, wie ihr Werk die Geschichten Irlands in die Welt trug und Generationen inspirierte.
In ihren im vergangenen Jahr veröffentlichten Memoiren sprach Fricker offen über ihre schwierige Kindheit, die von Misshandlungen ihrer Mutter und traumatischen Erlebnissen geprägt war. Trotz all dieser Herausforderungen gab es auch positive Erinnerungen an ihre Jugend, und sie beschrieb ihr Leben als eine Abfolge glücklicher Zufälle.
Quellen: bbc, n-tv
Bildquelle: Alan Light via Wikimedia Commons (CC BY 2.0)