Die geopolitischen Spannungen zwischen den USA und dem Iran erreichen einen neuen Höhepunkt, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hat, die Straße von Hormus nach einem möglichen Sieg über den Iran als US-Territorium zu deklarieren. Diese Äußerung fiel während einer politischen Veranstaltung an einer Polizeiakademie im Bundesstaat New York, wo Trump mit einem Schmunzeln sagte: „Sobald wir den Iran besiegt haben – der gerade eine vernichtende Niederlage erleidet – werde ich die Hormus-Straße schon bald zum Territorium der Vereinigten Staaten erklären.“
Die Ernsthaftigkeit dieser Aussage bleibt unklar, doch Trump bekräftigte: „Es ist wahr.“ Zudem forderte er die US-Bürger auf, höhere Benzinpreise in Kauf zu nehmen, um zu verhindern, dass der Iran Atomwaffen entwickelt.
Der iranische Vize-Außenminister Kasem Gharibabadi wies Trumps Drohungen zurück und betonte, dass der Iran sich nicht von den Machtdemonstrationen der USA einschüchtern lasse. Er erklärte, dass die Kontrolle über die Straße von Hormus ausschließlich beim Iran liege und diese nur unter dessen Bedingungen gesperrt oder freigegeben werde.
Hintergrund der Spannungen
Die Straße von Hormus ist eine der entscheidendsten Handelsrouten weltweit für Öl und Gas. Trumps Ankündigung fällt in eine Zeit, in der die Verhandlungen über eine dauerhafte Friedenslösung zwischen den USA und dem Iran ins Stocken geraten sind. Der zentrale Streitpunkt bleibt neben dem iranischen Atomprogramm auch die Kontrolle über die Hormusstraße. Die Ölpreise sind aufgrund des Konflikts stark angestiegen, da der Iran wiederholt mit Drohungen und Angriffen auf den Schiffsverkehr in der Meerenge reagiert hat.
Trumps öffentliche Äußerungen zur Annexionspolitik sind Teil seiner Außenpolitik, die auch andere Länder wie Venezuela, Kuba oder Grönland umfasst. Ob er seine Ankündigungen tatsächlich umsetzen wird, bleibt abzuwarten. Vor einem Monat hatte Trump bereits mit der Einführung einer Maut in der Meerenge gedroht, diese Pläne jedoch kurz darauf wieder zurückgezogen.
Waffenruhe und Verhandlungen
Die derzeitige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran läuft bald aus. In einem Rahmenabkommen hatten die beiden Seiten vereinbart, dass der Iran während der 60-tägigen Verhandlungen keine Gebühren für die Passage in der Straße von Hormus erheben darf. Wie es nach Ablauf dieser Frist weitergeht, soll der Iran mit dem Oman unter Berücksichtigung des internationalen Rechts und der Anrainerstaaten aushandeln. Bisher gibt es jedoch keine Anzeichen für eine Einigung, und die Frist endet an diesem Wochenende.
Für den Iran hat sich die Blockade der Straße von Hormus als ein effektives Druckmittel gegen die USA erwiesen. Trump steht unter Druck, eine Lösung für die Situation zu finden, die vor dem Beginn seines unpopulären Krieges in den USA nicht existierte.
Geopolitische Implikationen
Die Straße von Hormus hat an ihrer engsten Stelle eine Breite von nur etwa 39 Kilometern. Da sowohl der Iran als auch der Oman jeweils eine Zwölf-Seemeilen-Zone (etwa 22,2 Kilometer) beanspruchen, überschneiden sich die Hoheitsgewässer beider Länder. In diesem Bereich existieren keine internationalen Gewässer. Vor dem Krieg konnten Handelsschiffe jedoch ungehindert und ohne Gebühren die Meerenge passieren.
Die US-Republikaner haben ein starkes Interesse an einem schnellen Ende des Konflikts, da sie sich in weniger als drei Monaten den Wählern bei den Zwischenwahlen zum US-Kongress stellen müssen. In der Zwischenzeit meldete der staatliche emiratische Ölkonzern Adnoc, dass in der Straße von Hormus ein Öltanker angegriffen wurde, jedoch keine Verletzten zu beklagen waren.
Quellen: n-tv
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