Die rechtlichen Auseinandersetzungen um die Briefwahl in den USA spitzen sich zu, da eine Richterin die von Präsident Donald Trump angestrebten verschärften Regelungen erneut blockiert hat. Dies geschieht nur zwei Monate vor den entscheidenden Zwischenwahlen und wirft Fragen über die Integrität des Wahlprozesses auf.
Richterin erklärt Trumps Erlass für verfassungswidrig
In ihrer einstweiligen Verfügung stellte die Richterin fest, dass die neuen Vorschriften „eine wahrscheinlich verfassungswidrige Regelung“ darstellen und deren Einhaltung im Hinblick auf die bevorstehenden Wahlen „praktisch unmöglich“ sei. Die ersten Bundesstaaten würden bereits in Kürze mit der Briefwahl beginnen, was eine Umsetzung der neuen Regelungen erheblich erschwere.
Details zu den geplanten Regelungen
Die von Trump initiierten Regelungen sehen vor, dass die US-Post USPS eine zentrale Rolle bei der Kontrolle der Briefwahl einnimmt. Bundesstaaten sollten der Post das Design ihrer Briefwahlumschläge zur Genehmigung vorlegen. Zudem war geplant, dass die Post die Wahlunterlagen nur an Bürger ausliefert, die in einem von den Bundesstaaten übermittelten Wählerverzeichnis aufgeführt sind.
Politische Reaktionen und mögliche Motive
Die Republikaner verteidigen die neuen Regelungen mit dem Argument, dass sie dazu dienen, Wahlbetrug zu verhindern. Kritiker hingegen vermuten, dass Trump mit diesen Maßnahmen die Stimmabgabe per Briefwahl erschweren möchte, da demokratische Wähler tendenziell häufiger per Post abstimmen als republikanische.
Auswirkungen auf die bevorstehenden Midterms
Am 3. November 2026 wird bei den Midterms ein Drittel des Senats sowie das gesamte Repräsentantenhaus neu gewählt. Aufgrund der knappen Mehrheit der Republikaner in beiden Parlamentskammern könnte jedes einzelne Mandat entscheidend dafür sein, wer letztlich die Kontrolle im Kongress hat. Ein Verlust der Mehrheit in einer oder beiden Kammern würde es Trump erheblich erschweren, seine politischen Vorhaben durchzusetzen.
Vorherige rechtliche Auseinandersetzungen
Die Bundesrichterin Indira Talwani hatte bereits zuvor Trumps Pläne gestoppt, bevor ihre Anordnung vom Obersten Gerichtshof aufgehoben wurde. Diese Entscheidung basierte jedoch auf Verfahrensfehlern und nicht auf rechtlichen Argumenten. Es ist wahrscheinlich, dass die Trump-Regierung auch die aktuelle Anordnung der Richterin anfechten wird.
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Quellen: n-tv
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