Politik
Putin schlägt Schröder als Vermittler für Gespräche mit der EU im Ukraine-Konflikt vor
09.05.2026, 21:38 Uhr
Laut dem russischen Präsidenten Wladimir Putin neigt sich der Angriffskrieg Russlands in der Ukraine dem Ende zu. Für mögliche Verhandlungen zwischen Moskau und Brüssel hat der Kremlchef den ehemaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder als Vermittler ins Spiel gebracht. Ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj kommt für Putin nur unter bestimmten Bedingungen in Betracht.
Putin äußerte sich in Moskau und erklärte, dass der Konflikt in der Ukraine sich dem Ende zuneige. „Ich glaube, dass die Angelegenheit sich dem Ende zuneigt“, sagte er während einer Pressekonferenz nach der Siegesparade zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Zudem berichtete er, dass der slowakische Ministerpräsident Robert Fico ihm mitgeteilt habe, dass Selenskyj zu einem persönlichen Treffen bereit sei. „Wer sich mit mir treffen will, muss nach Moskau kommen“, so Putin. Dies sei keine direkte Einladung an Selenskyj, jedoch wäre er bereit, sich mit ihm zu treffen. „Wir können uns auch an einem anderen Ort als Moskau treffen, aber nur, wenn zuvor eine langfristige Friedensvereinbarung getroffen wurde.“
Putins Präferenz für Schröder
Der russische Präsident betonte, dass eine friedliche Lösung des Konflikts in der Verantwortung der Ukraine und Russlands liege. „Aber wenn jemand helfen möchte, sind wir dafür dankbar.“ Auf die Frage, ob er zu Gesprächen mit den Europäern bereit sei, nannte Putin den ehemaligen deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder als seine bevorzugte Wahl für einen Vermittler. „Von allen europäischen Politikern würde ich Gespräche mit Schröder bevorzugen“, erklärte der Kremlchef. Schröder und Putin sind seit vielen Jahren enge Freunde. Der russische Präsident warf Europa vor, den Konflikt in der Ukraine zu verschärfen, wies jedoch darauf hin, dass Europa wisse, „dass dieses Spiel teuer werden könnte“. Die Ukraine werde von Europa weiterhin massiv unterstützt, insbesondere mit technischer Ausrüstung und Technologie. Zudem gibt es Berichte über die Gespräche Ungarns mit Russland, die die Situation weiter komplizieren könnten.
Der Kreml hatte kürzlich erklärt, dass es an den europäischen Regierungen sei, den ersten Schritt zu tun, da sie es gewesen seien, die 2022 nach dem Beginn des Krieges in der Ukraine den Kontakt zu Moskau abgebrochen hatten. Laut einem Bericht der Financial Times bereiten sich die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf mögliche Gespräche vor.
Ein Sprecher der Bundesregierung in Berlin äußerte sich auf Nachfrage zurückhaltend zu dem Zeitpunkt, wann Gespräche stattfinden könnten. Derzeit sei zu beobachten, dass Russland und Putin offensichtlich kein Interesse an ernsthaften Verhandlungen hätten. Ein koordiniertes europäisches Vorgehen sowie eine enge Abstimmung mit der Ukraine seien von großer Bedeutung. In diesem Kontext ist auch der Verlust von 120 Quadratkilometern in der Ukraine ein erheblicher Rückschlag für Russland.
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Quellen: n-tv
Bildquelle: depositphotos