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Falls Putin an der Ostflanke droht: Oberst: "800.000 Streitkräfte würden durch Deutschland verlegt"

Im Gespräch erläutert Bundeswehr-Oberst Armin Schaus, wie Deutschland im Falle einer Bedrohung durch Russland zur Schlüsselroute für bis zu 800.000 NATO-Streitkräfte werden könnte. Die Herausforderungen und politischen Implikationen eines möglichen Spannungsfalls stehen dabei im Fokus.

Falls Putin an der Ostflanke droht: Oberst: "800.000 Streitkräfte würden durch Deutschland verlegt"
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In einem aktuellen Interview erläutert Bundeswehr-Oberst Armin Schaus, welche Rolle Deutschland im Falle eines militärischen Konflikts an der Ostflanke der NATO spielen könnte. Sollte Russland eine Bedrohung für die NATO-Staaten darstellen, könnte Deutschland zur logistischen Drehscheibe für bis zu 800.000 NATO-Soldaten werden.

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Politische Spannungen und militärische Mobilität

Die letzten Monate waren geprägt von verschiedenen sicherheitspolitischen Vorfällen, darunter Drohnenüberflüge über Bundeswehr-Kasernen und Angriffe auf Rüstungsunternehmen. Schaus betont, dass es eine Herausforderung sein wird, den politischen Kipppunkt zu finden, an dem Deutschland den Spannungsfall ausruft. Der Spannungsfall, der aus der Zeit des Kalten Krieges stammt, könnte in der heutigen geopolitischen Lage nicht mehr so klar definiert werden.

„Es wird enorm schwierig werden, den politischen Kipppunkt zu finden, zu dem Deutschland den Spannungsfall ausruft“, sagte Schaus.

Die Abwesenheit einer gemeinsamen Grenze zu Russland erschwert die Identifizierung klarer Bedrohungen, wie sie in der Vergangenheit durch militärische Übungen des Warschauer Paktes an der innerdeutschen Grenze sichtbar waren. Schaus weist darauf hin, dass der Bundestag für die Feststellung eines Spannungsfalls eine Zweidrittel-Mehrheit benötigt, was in der aktuellen politischen Landschaft eine Herausforderung darstellt.

Die Rolle der NATO und die logistische Herausforderung

Im Falle einer konkreten Bedrohung durch Russland würden die NATO-Staaten Truppen an die Ostflanke verlegen. Schaus erklärt, dass dies auch ohne einen vorhergehenden militärischen Angriff geschehen könnte, um eine abschreckende Wirkung zu erzielen. „Bis zu 800.000 Streitkräfte der NATO-Staaten samt Gerät würden durch Deutschland hindurch an die Ostflanke verlegt“, so Schaus.

Diese Verlegung müsste schnell und effizient erfolgen, während Deutschland sich in einem Zustand des Friedens befindet. Schaus betont, dass die logistische Herausforderung enorm ist, da die Truppenbewegungen über verschiedene Verkehrsträger wie Lufttransport, Schiene und Straße organisiert werden müssen.

Logistik und militärische Mobilität

Die logistische Planung umfasst die Einrichtung von sogenannten Convoi Support Centers, die militärisch organisiert sind und Dienstleistungen für die Truppenbewegungen bereitstellen. Diese Zentren sind bereits planerisch vorbereitet und können kurzfristig aktiviert werden. Schaus erläutert, dass die zivile Seite nicht per Gesetz zur Unterstützung der Streitkräfte gezwungen wird, sondern über Verträge mit Logistikunternehmen zusammenarbeitet.

„Die Convoi Support Center sind ein Paradebeispiel für die zivil-militärische Zusammenarbeit“, erklärte Schaus.

Die Bundeswehr hat sich entschieden, logistische Leistungen an zivile Anbieter zu vergeben, um die eigenen Ressourcen an der Ostflanke für die eigenen Kräfte zu nutzen. Diese Zusammenarbeit ist entscheidend, um im Ernstfall schnell reagieren zu können.

Vorbereitung auf den Ernstfall

Im Rahmen von Übungen wie der „Medical Quadriga“ wird die gesamte Rettungskette für Verwundete realitätsnah erprobt. Schaus hebt hervor, dass die Zusammenarbeit zwischen militärischem und zivilem Gesundheitswesen unerlässlich ist, um die Kapazitäten im Bedarfsfall schnell zu mobilisieren.

„Man hat eine Annahme von 1000 Verwundeten getroffen, die im Kriegsfall pro Tag nach Westen verbracht werden müssten“, so Schaus. Die Bundeswehr kooperiert mit zivilen Krankenhäusern, um eine effektive Versorgung sicherzustellen.

Die Rolle der Zivilbevölkerung

Im Falle einer Truppenverlegung zur Abschreckung bleibt die Zivilbevölkerung zunächst unberührt. Schaus betont, dass es keinen Grund gibt, den normalen Betrieb in Deutschland einzustellen, solange keine akute Bedrohung besteht. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe bietet Informationsmaterial und Empfehlungen für die Bevölkerung an, um auf mögliche Krisensituationen vorbereitet zu sein.

„Es ist wichtig, vorbereitet zu sein“, sagte Schaus.

Die Bundeswehr informiert Unternehmen über Sicherheitsmaßnahmen und die Notwendigkeit, krisenfest zu arbeiten. Schaus berichtet von positiven Rückmeldungen von Unternehmen, die bereit sind, sich auf mögliche Bedrohungen vorzubereiten.

Fazit

Die Aussagen von Oberst Schaus verdeutlichen die komplexen Herausforderungen, vor denen Deutschland und die NATO im Kontext möglicher Bedrohungen durch Russland stehen. Die logistische Vorbereitung und die zivil-militärische Zusammenarbeit sind entscheidend, um im Ernstfall schnell und effektiv reagieren zu können. Die Zivilbevölkerung spielt dabei eine wichtige Rolle, indem sie informiert und vorbereitet bleibt. Darüber hinaus stellt sich die Frage, warum Chinas U-Boote eine strategische Bedrohung für die USA darstellen könnten. Auch die Einschnitte in der Ölversorgung haben Auswirkungen auf die geopolitische Lage, während sich die Frage stellt, warum Dieseltanker sich von Europa abwenden.

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