In der Corona-Pandemie waren Impfstoffe Mangelware, doch mittlerweile sind sie im Überfluss vorhanden. Im Zentrallager des Bundes lagern derzeit über sieben Millionen Impfdosen. Die bestehenden Verträge belasten den Steuerzahler jährlich mit einem dreistelligen Millionenbetrag.
Impfstoffvorräte im Bundeslager
Gut drei Jahre nach dem Ende der Corona-Pandemie sind weiterhin Impfstoffvorräte im zentralen Lager des Bundes vorhanden. Laut Angaben des Bundesgesundheitsministeriums befinden sich dort noch 7,6 Millionen Dosen des Präparats Comirnaty LP.8.1 des Herstellers Biontech. Weitere Lieferungen an den Bund sind nicht mehr vorgesehen, da die Erfüllung der laufenden Verträge abgeschlossen ist. Der Bund stellt die Impfdosen auf Bestellung zur Verfügung. Die massive Nachfrage, die während der akuten Krise herrschte, ist seit geraumer Zeit deutlich zurückgegangen.
Auswirkungen auf zukünftige Pandemien
Im Hinblick auf die Vorsorge für zukünftige Pandemien stehen geplante Einschnitte bei den Produktionsstätten von Biontech unter Beobachtung. Sollte das Unternehmen aufgrund angekündigter Standortschließungen die Voraussetzungen für einen bestehenden Bereitschaftsvertrag nicht mehr erfüllen können, müssten mögliche Konsequenzen geprüft werden, so das Ministerium.
Verträge mit Impfstoffherstellern
Die Bundesregierung hat Verträge mit drei in Deutschland ansässigen Firmen abgeschlossen, die im Falle einer Pandemie den Abruf vorgehaltener Produktionskapazitäten für Impfstoffe sichern sollen. Neben Biontech sind dies IDT Biologika und Wacker/Corden Pharma. Biontech hatte kürzlich angekündigt, die deutschen Produktionsstätten seines Corona-Impfstoffes zu schließen. Die Herstellung soll künftig vollständig über Standorte des US-Partners Pfizer in Europa und Amerika erfolgen. Die politischen Reaktionen auf diese Entwicklungen sind vielfältig.
Politische Reaktionen
Die Grünen-Haushälterin Paula Piechotta äußerte, dass die Bereitschaftsverträge eine der Lehren aus der Pandemie seien, um in der nächsten Krise ausreichend Produktionskapazitäten auf europäischem Boden bereitzustellen. Nachdem andere Hersteller bereits ausgestiegen seien, drohe der Verlust des relevantesten Herstellers, warnte sie mit Blick auf Biontech. „Die Bundesregierung muss prüfen, ob sie über das Einfordern der Pandemiebereitschaftsverträge Biontech zwingen kann, Produktionskapazitäten in Deutschland zu erhalten,“ sagte Piechotta. Die politische Landschaft verändert sich in ungewissen Zeiten.
Finanzielle Aspekte der Pandemiebereitschaft
Dies gelte auch, wenn die Versuchung groß sei, angesichts der Haushaltslage dafür vorgesehene Millionen einfach einzusparen, fügte sie hinzu. Im Etat 2026 sind für die Finanzierung von Pandemiebereitschaftsverträgen insgesamt 336 Millionen Euro eingeplant, und für 2027 sind rund 175 Millionen Euro vorgesehen. Die Verträge laufen nach Angaben des Ministeriums zwischen 2027 und 2029 aus. Die finanziellen Herausforderungen sind enorm.
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Quellen: n-tv
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