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Experten raten: Wal in der Ostsee nicht stören

Experten warnen, dass die Rettungsversuche für den gestrandeten Buckelwal in der Ostsee kontraproduktiv sein könnten. Sie raten dazu, das Tier in Ruhe zu lassen, da Stress und Verletzungen seine Überlebenschancen weiter senken.

Experten raten: Wal in der Ostsee nicht stören
Ivan Stecko auf Pexels

Eine private Initiative hat sich zum Ziel gesetzt, einen in der Ostsee gestrandeten Wal zu retten. Dabei könnte es jedoch sein, dass sie das Tier unbewusst stresst und verletzt. Fachleute empfehlen, sich besser von dem Wal zurückzuziehen. Wie kann ein verletzter Wal vor Timmendorf gerettet werden?

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Ratschläge von Experten

Nach Ansicht von Experten sollte der Buckelwal, der in der Ostsee gestrandet ist, weiterhin in Ruhe gelassen werden. Obwohl der Wal am Morgen in Richtung Ostsee geschwommen ist, wird dies von der Tierschutzorganisation Sea Shepherd nicht als positives Zeichen gewertet.

„Man hat angefangen, dem Tier helfen zu wollen, und es wurde immer aktiver. Es liegt nahe, dass es gestresst ist“,

erklärt Florian Stadler von Sea Shepherd.

Im Gegensatz zu seiner ersten Strandung vor Niendorf zeigt der Buckelwal nun ein bewusstes Ablegen.

„Das deutet darauf hin, dass er im Wasser erstickt oder ertrinkt“,

erläutert Stadler.

„Ablegen ist evolutionär nicht vorgesehen bei Walen. Das machen sie unter normalen Umständen nie.“

Der Gesundheitszustand des Wals hat sich nach langen Liegezeiten vor Niendorf, an der Insel Walfisch und vor Poel weiter verschlechtert.

Gesundheitliche Risiken für den Wal

Stadler weist darauf hin, dass das Liegen des Wals zu einem Druck auf seine Organe führt, was toxische Stoffe freisetzt und schwere Organschäden verursacht.

„Das macht ein Überleben unmöglich. Selbst, wenn man den Wal in die Nordsee bringt, wird er dort nur auf seinen letzten Tauchgang gehen“,

so der Kampagnenleiter von Sea Shepherd. Nach dem fünften Stranden und dem Verheddern in einem Fischernetz sei die Überlebenswahrscheinlichkeit des Buckelwals stark gesunken.

„Unklar ist noch immer, wie viel Netz das Tier im Maul hat – auch das ist potenziell tödlich, wenn es keine Nahrung mehr zu sich nehmen kann.“

Kritik an den Rettungsversuchen

Seit dem Mittag wird der Wal von Booten umkreist, um ihn in die Ostsee zu treiben. Dieses Vorgehen wird jedoch als falsch erachtet.

„Der Buckelwal leidet“,

sagt Stadler. Wissenschaftler und Tiermediziner empfehlen, dem Tier Ruhe zu gönnen.

„Dem schließen wir uns an“,

fügt Stadler hinzu,

„solange es kein Gegengutachten gibt, das etwas anderes empfiehlt.“

Die privaten Retter, darunter Mediamarkt-Mitgründer Walter Gunz und Unternehmerin Karin Walter-Mommert, konnten bisher kein solches Gutachten vorlegen.

Folgen menschlichen Kontakts

Greenpeace äußert sich ebenfalls besorgt über die Situation des Wals.

„Vor seinen Strandungen hatte der Wal nie Kontakt zu Menschen“,

erklärt ein Sprecher der Umweltschutzorganisation.

„Menschlicher Kontakt bringt gar nichts, weil der Wal das nicht gewohnt ist“,

stimmt Stadler zu. Sea Shepherd war bis vor Kurzem an der behördlichen Rettungsmission beteiligt, zog sich jedoch zurück, als das Gutachten der Stiftung Deutsches Meeresmuseum und des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung vorgestellt wurde.

Ein größeres Problem

Es ist wichtig zu erkennen, dass Schicksale wie dieses in der Ostsee häufig vorkommen.

„900 Schweinswale sterben jedes Jahr allein in der Beltsee durch Stellnetze der Fischerei“,

betont der Tierschützer.

„Wir reden die ganze Zeit, wie wir dieses Tier retten können. Aber keiner redet darüber, wie wir verhindern können, dass in derselben Zeit hundert Schweinswale vermutlich aus demselben Grund sterben.“

Beifang stellt ein großes Problem dar, für das dringend Lösungen gefunden werden müssen.

„Wir begreifen das oftmals nicht, weil wir das Ausmaß nicht sehen – die Tiere sterben ungesehen.“

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