Füchtenfeld (Niedersachsen) – Der bislang schwerste Angriff von Wölfen seit Beginn der Überwachung in Niedersachsen hat stattgefunden. In der Nähe der Ortschaft Füchtenfeld, die zur Einheitsgemeinde Wietmarschen im Landkreis Grafschaft Bentheim gehört, wurden mindestens 57 Schafe getötet und mehr als 100 weitere Tiere verletzt.
Der Vorfall ereignete sich vor etwa einer Woche in zwei aufeinanderfolgenden Nächten. Die „Grafschafter Nachrichten“ berichteten zuerst über die Attacke auf die Schafe. Wolfgang Ehrecke, Sprecher der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, bestätigte den Vorfall gegenüber BILD: „Kehlbisse an den Schafen deuten auf einen Wolfsangriff hin,“ erklärte Ehrecke.
Schafsherde mit 400 Tieren betroffen
Die ersten Berichte über tote Schafe mit Bisswunden kamen am vergangenen Freitag auf. In den folgenden Tagen wurden weitere Kadaver auf dem weitläufigen Gelände entdeckt, auf dem eine Herde von etwa 400 Schafen gehalten wird. Ehrecke fügte hinzu: „Derzeit läuft die Rissbegutachtung noch, sodass sich die Zahl der getöteten Tiere möglicherweise noch ändern könnte.“
Untersuchungen zur Anzahl der Wölfe
Es ist derzeit unklar, wie viele Wölfe an dem Angriff beteiligt waren oder ob ein ganzes Rudel verantwortlich ist. Der Sprecher der Landwirtschaftskammer erklärte: „Das wird derzeit noch untersucht. Dabei werden auch Genetikproben genommen und Laboranalysen durch das niedersächsische Wolfsbüro durchgeführt. Die Ergebnisse können Aufschluss darüber geben, wie viele Tiere an dem Vorfall beteiligt waren.“
Schutzmaßnahmen durch Weidezaun
Nach Informationen von BILD war das Gebiet, in dem die Schafsherde in der Grafschaft Bentheim weidete, durch einen Weidezaun gesichert, der den Mindestschutz vor Wölfen gewährleisten sollte.
Ein ähnlicher Vorfall sorgte im Februar für Aufsehen, als ein Wolfsrudel im Landkreis Cuxhaven eine Herde von rund 100 Schafen über mehrere Kilometer verfolgte. Dabei wurden 20 Tiere getötet und sieben weitere verletzt. Auch in diesem Fall lagen die Kadaver und verletzten Tiere über ein großes Areal verteilt. Ein unerklärliches Fischsterben in Silstedt zeigt, dass solche Vorfälle nicht isoliert sind.
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Quellen: Bild
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Bildquelle: Cephas via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)