Die SPD in Mecklenburg-Vorpommern hat in den neuesten Umfragen einen Anstieg von drei Punkten verzeichnet, wodurch sie sich der AfD annähert. Diese positive Entwicklung wird vor allem dem Amtsbonus von Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und dem Fokus auf ihre Kandidatur zugeschrieben.
Im Vergleich zum Vorjahr war die Ausgangslage für die SPD jedoch deutlich schwieriger. Damals lag ihr Anteil bei 19 Prozent, fast 20 Punkte hinter der AfD. In der aktuellen Umfrage bleibt die AfD zwar die führende politische Kraft im Land, hat jedoch einen Punkt verloren und kommt somit auf etwa 35 Prozent. Die Linke rutscht auf den dritten Platz und verliert ebenfalls einen Punkt, sodass sie nun bei 11 Prozent liegt.
Die Methodik zur Erstellung dieser Umfragen umfasst verschiedene Techniken und Stichproben, die eine präzise Analyse der Ergebnisse ermöglichen.
CDU auf dem Weg zum historischen Tiefpunkt
Die CDU sieht sich einer ernsten Herausforderung gegenüber und steht möglicherweise vor einem historischen Tiefpunkt. Der aktuelle Umfragewert von 8 Prozent würde einen neuen Negativrekord für die Christdemokraten darstellen, nachdem sie bei der Landtagswahl 2021 lediglich 13,3 Prozent erreichten. Auch auf Bundesebene könnte die CDU das schwächste Ergebnis bei einer Landtagswahl seit 1951 erzielen, als sie in Bremen nur 9,0 Prozent erreichte. Der Landesverband Mecklenburg-Vorpommern, der bis 2021 von der Kanzlerin repräsentiert wurde, könnte diese Marke unterschreiten.
Die Spitzenkandidaten der relevanten Parteien wurden im Rahmen eines Interviews im NDR MV vorgestellt, welches auch entsprechende Faktenchecks beinhaltete.
Unsicherheit bei Grünen und BSW
Die Grünen blicken auf einen ungewissen Wahlausgang. Laut der Umfrage könnte ein Stimmenanteil von 5 Prozent den Wiedereinzug in den Landtag sichern. Das Bündnis für soziale Gerechtigkeit (BSW) hingegen könnte mit 4 Prozent unter die Sperrklausel fallen und somit den Einzug in den Landtag verpassen.
Eine Wechselstimmung scheint in der Bevölkerung nicht vorhanden zu sein. Im Gegenteil, die Werte der rot-roten Landesregierung haben sich leicht verbessert. 56 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die SPD die nächste Landesregierung anführen sollte, während lediglich 31 Prozent die AfD bevorzugen. Bei einer Direktwahl würden sich 60 Prozent für Schwesig entscheiden, während nur 25 Prozent für ihren Herausforderer Leif-Erik Holm von der AfD stimmen würden.
Beliebtheit der Regierungsparteien
Im Ranking der Beliebtheit unter den Regierungsparteien zeigen sich die Spitzenkandidaten in einem positiven Licht. 57 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit von Schwesig zufrieden, was einen Anstieg um 4 Punkte bedeutet. Auch die Linken-Kandidatin Simone Oldenburg konnte zulegen. Im Gegensatz dazu verzeichnen Enrico Schult von der AfD und CDU-Chef Daniel Peters keine Veränderungen. Peters‘ Strategie, sich als Bindeglied zwischen SPD und AfD zu positionieren, scheint bislang keinen Erfolg zu haben.
Koalitionsoptionen und Einfluss der AfD
Obwohl die rot-rote Landesregierung laut Umfrage ihre Mehrheit verlieren würde, könnte eine Fortführung der rot-rot-grünen Koalition weiterhin möglich sein. Die AfD, die gut ein Drittel der Stimmen erhalten könnte, wäre jedoch nicht in der Lage, eine Alleinregierung zu bilden. Dennoch könnte sie ihr Ergebnis von 2021 verdoppeln und als stärkste Kraft im Landtag agieren, was ihr einen größeren Einfluss bescheren würde. Die Partei könnte beispielsweise Untersuchungsausschüsse beantragen und die Wahl von Verfassungsrichtern blockieren. Formal stünde ihr der Posten des Landtagspräsidenten zu, jedoch bleibt unklar, ob sie die erforderliche Mehrheit erreichen kann.
Bildung als zentrales Anliegen
Das drängendste Problem für die Bürger bleibt der Bildungssektor. Die Themen Wirtschaft und Zuwanderung folgen, jedoch mit deutlichem Abstand. Die Bedeutung der Arbeitsplatzsituation wächst, während die Arbeitslosigkeit den vierten Platz einnimmt. Laut der Umfrage gewinnt die SPD wieder an Vertrauen bei den Wählern, 27 Prozent glauben, dass sie die entscheidenden Herausforderungen im Land bewältigen kann.
Die AfD hat in diesem Bereich nun denselben Rückhalt wie die SPD, nachdem sie im Juli noch einen Vorsprung von zwei Punkten hatte. Die anderen Parteien folgen mit einem erheblichen Abstand. Der Anteil der Bürger, die kein Vertrauen in die Problemlösungskompetenz der Parteien haben, ist erneut gestiegen und liegt nun bei 26 Prozent.
Die CDU stellte 1990 mit Alfred Gomolka den Ministerpräsidenten. Seit 2017 führt Manuela Schwesig von der SPD die Regierung in Mecklenburg-Vorpommern.
Unzufriedenheit mit der Bundesregierung
Die Umfrage zeigt auch eine deutliche Diskrepanz zwischen der Wahrnehmung der Landes- und der Bundesregierung. Während die Mehrheit mit der Arbeit der rot-roten Landesregierung zufrieden ist, sind die Werte für die schwarz-rote Bundesregierung stark negativ. Lediglich 11 Prozent der Befragten sind mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden, während 86 Prozent unzufrieden sind.
Weitere Analysen und Einblicke in den aktuellen Trend in Mecklenburg-Vorpommern sowie zur Stimmungslage im Land sind in der neuen Podcast-Folge verfügbar.
Umfragemethodik
Die Befragung wurde von Infratest dimap zwischen dem 26. und 31. August 2026 im Auftrag des NDR durchgeführt. Insgesamt wurden 1.215 wahlberechtigte Personen aller Altersgruppen, Bildungsabschlüsse und Geschlechter in Mecklenburg-Vorpommern befragt. Die Datenerhebung erfolgte mittels computergestützter Telefon- und Online-Interviews, wobei 712 Telefoninterviews und 503 Online-Interviews durchgeführt wurden. Die Auswahl der Befragten basierte auf Zufallsstichproben, und die Gewichtung erfolgte nach soziodemographischen Merkmalen sowie der Erinnerung an das Wahlverhalten. Die Schwankungsbreite beträgt 2 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent und 3 Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
Quellen: NDR, tagesschau
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.