Nach dem Eurovision Song Contest (ESC) sieht sich die Kölner Sängerin Sarah Engels erneut mit Kritik konfrontiert, die sich gegen ihr Management richtet.
Die Journalistin Sonja Riegel erhebt Vorwürfe gegen das Management von Engels, die sie in einem Instagram-Beitrag am 19. Mai darlegte. Riegel schildert mehrere Vorfälle während der ESC-Woche, bei denen sie sich unter Druck gesetzt fühlte.
Der Anlass für die Auseinandersetzung war ein Interview, das Engels am 11. Mai im Pressezentrum dem Podcast „Merci, Chérie“ gab. Riegel war an diesem Gespräch beteiligt, filmte es und veröffentlichte es auf den YouTube-Kanälen von „bleistiftrocker.de“ und „Merci, Chérie“. Zudem teilte sie Ausschnitte auf verschiedenen Social-Media-Plattformen.
Eine Aussage von Engels, die in den sozialen Medien und in der Presse viel Aufmerksamkeit erhielt, sorgte für einen Shitstorm. Auf die Frage nach ihrem Feminismus antwortete die Sängerin, dass sie sich nicht als feministisch bezeichnen würde, da sie einen „ganz tollen Mann“ habe und Männer mag.
Am 14. Mai, kurz vor dem zweiten Halbfinale, kontaktierte das Management von Sarah Engels Riegel telefonisch und forderte sie auf, die Videos mit der umstrittenen Aussage von ihren Kanälen zu entfernen. Riegel berichtete, dass ihr vorgeworfen wurde, mit ihrer Berichterstattung negative Reaktionen auszulösen und den Erfolg des deutschen Beitrags zu gefährden.
Zusätzlich wurde ein früheres Video von Riegel angesprochen, das Engels‘ Aufenthalt in Südafrika thematisierte. Engels hatte dort ihren Song mit einheimischen Schulkindern beworben, was zu Kritik führte. Riegel hatte die Sängerin bereits im April zu diesem Thema befragt und empfand die Antwort als ausweichend.
Riegel äußerte, dass sie den Eindruck hatte, dass ihr gegenüber ein persönlicher Vorwurf erhoben wurde und Druck auf sie ausgeübt werden sollte. Sie wies die Behauptung zurück, dass ihre Fragen die negative Berichterstattung ausgelöst hätten. Ihrer Meinung nach seien die Aussagen von Engels der Grund für die Reaktionen gewesen.
Das Telefonat empfand Riegel als einschüchternd. Sie stimmte schließlich zu, die Videos offline zu nehmen und das Interview im Podcast zu kürzen, was sie später als Fehler bezeichnete.
Ein weiterer Vorfall ereignete sich nach dem ESC-Finale. Riegel wurde vom deutschen Presseteam mitgeteilt, dass sie an der üblichen Presserunde mit Sarah Engels teilnehmen könne. Als die Medienvertreter auf die Sängerin warteten, wurde Riegel jedoch herausgerufen und informiert, dass die Runde ohne sie stattfinden würde. Später erfuhr sie, dass diese Entscheidung vom Management getroffen worden war.
Engels belegte beim ESC 2026 den 23. Platz und wollte nur mit ausgewählten Medien sprechen. Riegel stellte fest, dass andere Medienvertreter dennoch an der Presserunde teilnehmen durften.
Das deutsche Presseteam entschuldigte sich später bei Riegel für das Vorgehen, während das Management von Sarah Engels auf eine Anfrage nicht reagierte.
Sonja Riegel ist Journalistin und arbeitet unter anderem in der Sportredaktion des Hessischen Rundfunks. Sie betreibt die Musikseite bleistiftrocker.de und ist Teil des Podcasts „Früf – Frauen reden über Fußball“. Zuvor war sie bei t-online.de tätig.
Riegel betont, dass sie Verständnis für den Druck hat, dem alle Beteiligten beim ESC ausgesetzt sind, jedoch kein Verständnis für den Druck, der auf Berichterstatter ausgeübt wird, sei es telefonisch oder durch den Ausschluss aus einer Journalistenrunde.
- Micky Beisenherz reflektiert über den Verlauf des „Kölner Treff“
- Öffentlicher Streit zwischen Pietro Lombardi und „Let’s Dance“-Teilnehmer Milano
- Channel 21 geht nach 25 Jahren in den Konkurs: Ein Rückblick auf den Teleshopping-Sender
„`
Quellen: t-online
Bildquelle: KI generiert