Umwelthilfe fordert Maßnahmen gegen Verpackungsmüll in Köln
In Köln ist Müll auf den Straßen ein alltäglicher Anblick. Die Deutsche Umwelthilfe hat Oberbürgermeister Torsten Burmester dazu aufgefordert, aktiv zu werden. Im Februar 2025 beschloss der Rat der Stadt Köln eine Steuer auf Einwegverpackungen für Lebensmittel. Dennoch plant Burmester, auf eine freiwillige Selbstverpflichtung der Gastronomie zu setzen und die Einführung einer Verpackungssteuer abzulehnen.
Erhebung zeigt Ausmaß des Problems
Die Deutsche Umwelthilfe hat eine Erhebung durchgeführt, bei der Kölner Bürger über ein Online-Tool Einweg-Verpackungsmüll im Stadtgebiet melden konnten. Zwischen dem 26. August und dem 14. September gingen 184 Meldungen ein, die mehr als 1.200 Einweg-Verpackungen umfassten. Laut der Umwelthilfe lagen 58 Prozent dieser Verpackungen lose auf Straßen oder in Grünanlagen. Einweg-Becher und Essensboxen machten den größten Teil des gemeldeten Mülls aus.
Verpackungssteuer als Lösung
Die Umwelthilfe betont, dass rund 64 Prozent der erfassten Verpackungen unter eine kommunale Einweg-Verpackungssteuer fallen würden, die von Burmester gefordert wird. Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der Umwelthilfe, erklärte, dass die erhobenen Daten das Ausmaß des Verpackungsmüllproblems in Köln verdeutlichen. Der Stadtrat habe mit dem Beschluss zur Einweg-Verpackungssteuer eine Lösung vorgeschlagen, doch Burmester blockiere die Umsetzung.
Stadtverwaltung unter Druck
Die Stadtverwaltung ist verpflichtet, den Beschluss umzusetzen. Eine geplante Einführung der Verpackungssteuer zum Jahresbeginn 2026 wurde jedoch verschoben. Burmester begründet seine Ablehnung mit den zusätzlichen Kosten, die durch die Verwaltung der Steuer entstehen würden. Er argumentiert, dass die Einnahmen aus der Steuer durch diese Kosten nahezu ausgeglichen würden und dass unklar sei, wie Verstöße kontrolliert werden könnten.
Neues Konzept in Arbeit
Der Oberbürgermeister hat Umweltdezernent William Wolfgramm beauftragt, zusammen mit der Interessengemeinschaft Gastro und Vertretern des Dehoga ein neues Konzept zu entwickeln. Sollte dieses Konzept nicht erfolgreich sein, könnte eine Verpackungssteuer dennoch eingeführt werden. Ob dies zu höheren Preisen für die Verbraucher führen könnte, bleibt unklar.
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Quellen: t-online, WDR
Bildquelle: depositphotos
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