Überlegungen zu einer Tempo-30-Zone am Rheinufer in Köln
Die Bezirksvertretung Innenstadt in Köln hat einen Antrag zur Einführung einer Tempo-30-Zone an der Rheinuferstraße beschlossen. Dieser Antrag, der von der Grünen-Fraktion unterstützt wird, erhielt auch Zustimmung von den Fraktionen Volt und Linke. Die zuständigen Ausschüsse für Mobilität sowie Soziales, Gesundheit und Senioren werden sich nun mit dem Vorschlag auseinandersetzen.
Im Fokus des Antrags steht die Geschwindigkeitsreduzierung auf dem Abschnitt des Konrad-Adenauer-Ufers zwischen der Zoobrücke und der Südbrücke. Dieser Bereich, der in der Nähe des Kölner Hauptbahnhofs und des Doms liegt, zählt zu den am stärksten frequentierten Verkehrswegen in der Stadt. Seit 2019 gilt bereits ein Durchfahrtsverbot für Lkw über 7,5 Tonnen, um den Lärm für Anwohner zu verringern. Frost und Schnee erwarten uns: Kälteeinbruch in Köln und NRW kommende Woche
Grüne fordern Maßnahmen zur Lärmminderung
Die Grünen weisen darauf hin, dass viele Lkw-Fahrer sich nicht an das bestehende Verbot halten. In ihrem Antrag wird festgestellt, dass die tatsächliche Lkw-Frequenz nicht in dem Maße gesenkt wurde, wie es ursprünglich angestrebt war. Die Partei kritisiert die unzureichenden Kontrollen und fordert von der Verwaltung entsprechende Daten.
Die Argumentation für die Einführung einer Tempo-30-Zone stützt sich auch auf die dichte Wohnbebauung in der Umgebung sowie die hohe Aufenthaltsqualität der Rheinpromenade. Zudem wird darauf hingewiesen, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung die Lebensdauer der Straße verlängern könnte.
Widerstand gegen die Pläne
Der Beschluss hat zunächst keine unmittelbaren Auswirkungen. Sollte die Prüfung durch die Ausschüsse positiv ausfallen, könnte das Thema im Stadtrat behandelt werden. Eine Umsetzung der Tempo-30-Zone ist jedoch noch nicht in Sicht.
Gegner des Antrags, insbesondere von der CDU, äußern bereits Bedenken. Andreas Bohl, stellvertretender Vorsitzender der CDU in Köln, betont, dass die Rheinuferstraße eine zentrale Verkehrsader darstellt. Er warnt davor, dass eine Geschwindigkeitsreduzierung zu Staus führen könnte, da die Realität der Pendler- und Lieferströme ignoriert werde. Erneute Warnstreiks bei der KVB in Köln am Montag angekündigt
CDU und FDP kritisieren den Vorschlag
Die Ratsfraktion der CDU hat sich ebenfalls klar gegen die Pläne ausgesprochen. Der verkehrspolitische Sprecher der Fraktion, Stefan Götz, stellt die Sinnhaftigkeit einer Tempo-30-Zone auf einer der Hauptverkehrsstraßen in Frage und kündigt an, dass die CDU einem solchen Vorhaben nicht zustimmen werde.
Auch die FDP und die Kölner Stadt-Gesellschaft haben sich gegen die Einführung einer Tempo-30-Zone ausgesprochen. Harriet Krüger, die verkehrspolitische Sprecherin der FDP/KSG, erklärt, dass das Hauptproblem nicht die Geschwindigkeit sei, sondern die unzureichende Durchsetzung bestehender Verkehrsregeln. Sie fordert stattdessen eine intelligente Verkehrssteuerung und lehnt pauschale Tempolimits ab. Schwerer Unfall bei Köln: Fahrzeug kollidiert mit Baum
Die betroffenen Ausschüsse werden voraussichtlich Ende April erneut tagen. Ob sie sich dann bereits mit der Empfehlung der Bezirksvertretung beschäftigen, ist derzeit noch unklar.
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