Der Stadtrat von Brühl hat die Entscheidung über den geplanten Ausbau des Freizeitparks Phantasialand auf unbestimmte Zeit verschoben. Dies geschah überraschend während einer Sitzung, in der die Regierungskoalition aus CDU und SPD ein Bauleitverfahren einleiten wollte, um die Ausbaupläne detailliert zu prüfen. Ein neuer Termin für die Entscheidung könnte im Sommer im zuständigen Planungsausschuss festgelegt werden.
Die Ausbaupläne des Phantasialands sehen die Errichtung eines Aquapark-Hotelresorts sowie einer Theater- und Konzerthalle auf dem Gelände des Naturschutzgebiets Ententeich vor. Während der Sitzung äußerten Bürger und Vertreter der Opposition scharfe Kritik an diesen Vorhaben. Auf eine Anfrage zu den Entwicklungen hat sich das Unternehmen bislang nicht geäußert.
Gegner des Ausbaus haben sich im „Netzwerk NSG Ententeich“ zusammengeschlossen, das aus verschiedenen Parteien sowie Bürger- und Klimaschutzgruppen besteht. Dieses Netzwerk spricht sich gegen jede Art von Bebauung des Naturschutzgebiets aus, da es befürchtet, dass dadurch das Gebiet dauerhaft geschädigt wird. Das 14 Hektar große Areal ist Lebensraum für seltene Tierarten und beherbergt etwa 15.000 Bäume. Zudem spielt es eine wichtige Rolle als Wasserrückhalt für das tiefer gelegene Brühl, weshalb bei einer Bebauung eine Gefährdung der Anwohner durch Starkregen befürchtet wird.
Am Abend vor der Ratssitzung haben rund 250 Menschen gegen die Ausbaupläne demonstriert. Das Netzwerk hat angekündigt, ein Bürgerbegehren gegen das Vorhaben zu initiieren. Im Rahmen eines Tauschvertrags zwischen dem Phantasialand und dem Land Nordrhein-Westfalen ist für das Naturschutzgebiet eine Ausgleichsfläche von etwa 38 Hektar vorgesehen, die neu aufgeforstet werden soll, nachdem sie zuvor landwirtschaftlich genutzt wurde. Für Naturliebhaber könnte auch eine Wanderung im Mittelrheintal interessant sein, die nicht weit von Köln entfernt ist.
Quellen: t-online
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