Am kommenden Sonntag wird Rolly Brings, der Vater von Stephan und Peter, 83 Jahre alt. Dies bietet eine Gelegenheit für Stephan Brings, über die Väter seiner Bandkollegen zu reflektieren.
Väter in verschiedenen Facetten
Die Beziehung zu Vätern kann sehr unterschiedlich sein: Einige sind ein Leben lang präsent, während andere lediglich als Erzeuger fungieren. Es gibt auch Väter, die sich bemühen, jedoch oft als lästig empfunden werden. In manchen Fällen nähern sich Kinder und Väter erst spät im Leben an, während sie sich in anderen Fällen im Laufe der Zeit voneinander entfernen. In einer Vater-Sohn-Beziehung kann es eine Mischung aus all diesen Aspekten geben.
Wenn fünf Musiker wie die Brings seit über 35 Jahren in einer Band aktiv sind und nahezu jedes Wochenende gemeinsam im Tourbus verbringen, kennt jeder irgendwann die Familiengeheimnisse der anderen. Die Bandmitglieder haben ihre Väter intensiv erlebt, und bei zwei von ihnen geschieht dies auch heute noch.
Die Herausforderung berühmter Väter
Harry Alfter, der Gitarrist der Band, hat als jüngstes Kind mit großem Abstand zu seinen Geschwistern am wenigsten Zeit mit seinen Eltern verbringen können. Für seine Mutter, die stets hinter ihm und seiner Gitarre stand, wurde bereits 1992 der Song „Nix is verjesse“ geschrieben. Er hat seine Eltern schon länger nicht mehr, was einen prägenden Einfluss auf ihn hatte.
Der Vater von Christian Blüm, dem Schlagzeuger der Band, war Norbert Blüm, der als Arbeitsminister in der Regierung Kohl tätig war. Er galt als Stimme der einfachen Leute und hatte auch Kontakt zu Rolly Brings, der ihn aus Begegnungen beim DGB kannte. Trotz ihrer unterschiedlichen Hintergründe war die Gewerkschaft für beide Männer eine wichtige Institution.
Der Vater von Kai Engel, dem Keyboarder, ist Tommy Engel, der in Köln als Stimme der Stadt bekannt ist. Seine Zeit als Sänger und Schlagzeuger der Bläck Fööss hat die Musik und die Sprache Kölns maßgeblich beeinflusst. Später trat er unter seinem eigenen Namen auf und hat mit „Du bes Kölle“ einen eindringlichen Spiegel für die Stadt geschaffen. Auch er hat eine langjährige Bekanntschaft mit Rolly Brings, die bis in die 80er Jahre zurückreicht, als Rolly oft mit den Fööss in Kontakt stand.
Die Bürde des Ruhms
Ein berühmter Vater kann oft mehr eine Belastung als eine Unterstützung sein. Insbesondere bei Blüm und Engel mussten die Bandmitglieder in Interviews häufig darauf drängen, über ihre eigenen Leistungen und nicht über die ihrer bekannten Väter zu sprechen.
Familienbande durch Musik
Aktuell sind nur noch zwei Väter aktiv: Tommy und Rolly. Beide erfreuen sich guter Gesundheit und stehen weiterhin auf der Bühne. Tommy Engel absolviert jährlich einen Bühnenmarathon mit dem „Weihnachtsengel“, während Rolly, der eigentlich im Ruhestand ist, nach wie vor Konzerte gibt.
Wenn Rolly am 19. Juli seinen 83. Geburtstag feiert, befindet er sich im gleichen Alter wie Mick Jagger, Paul McCartney und Bob Dylan, die ebenfalls seine musikalischen Helden sind. Interessanterweise sind sie auch die Helden seiner Söhne.
Die Musik scheint eine stabilisierende Kraft in der Beziehung zu den letzten beiden Vätern der Band zu sein. Sie hilft, Konflikte innerhalb der Familie zu mildern. Gemeinsames Singen kann viele Wunden heilen, auch wenn es in jeder Familie, so auch in der ihren, Herausforderungen gibt.
Auf die Väter, ohne die es die Band nicht gäbe!
Quellen: t-online, MDR
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