Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki, eine umstrittene Figur innerhalb der deutschen Kirche, wird am 18. August 70 Jahre alt. In einem Interview äußert er sich über persönliche Verletzungen, die er durch öffentliche Kritik erfahren hat, sowie über seine Zukunft.
Persönliche Einblicke und öffentliche Wahrnehmung
Woelki kommt mit dem Fahrrad zum Erzbischöflichen Haus, nachdem er seine 97-jährige Mutter besucht hat. Sie war die erste Person, die er nach der Wahl von Papst Leo XIV. kontaktierte. In der Kölner Innenstadt nimmt er sich Zeit für ein Gespräch, obwohl er Interviews normalerweise nicht schätzt. An diesem Tag wirkt er jedoch entspannter und spricht über die Tradition des Gebets um Regen.
Filmauftritt und persönliche Begegnungen
In diesem Jahr trat Woelki in dem Kinofilm „Horst Schlämmer sucht das Glück“ auf, wo er sich selbst spielte. Hape Kerkeling, der Regisseur, zeigte sich überrascht über Woelkis Zusage. Der Kardinal hat den Film bislang nicht gesehen, was er jedoch nicht als Desinteresse betrachtet. Er beschreibt die Erfahrung als positiv und hebt hervor, dass Kerkeling die Kirche mit Respekt und Humor behandelt hat.
Die Komplexität seiner Persönlichkeit
Der Zugang zu Woelki gestaltet sich als schwierig. Pastor Franz Meurer, der Woelki seit Kindertagen kennt, beschreibt ihn als freundlichen und zuvorkommenden Menschen. Dennoch wird Woelki als einer der umstrittensten Kirchenmänner Deutschlands wahrgenommen. Meurer erklärt, dass es in allen Religionen unterschiedliche Positionen gibt und Woelki oft das Beste will, aber nicht immer die richtigen Entscheidungen trifft.
Öffentliche Kritik und persönliche Verletzungen
Woelki äußert, dass er sich durch die öffentliche Kritik und Zurückweisung verletzt fühlt. Diese Erfahrungen könnten auch der Grund für seine Klageverfahren gegen Medienberichte sein. Kritiker verweisen darauf, dass Papst Franziskus ihm einst „große Fehler“ in seiner Kommunikation vorwarf. Woelki betont jedoch, dass er als einer der ersten ein unabhängiges Gutachten zum Umgang mit Kindesmissbrauch in Auftrag gegeben hat.
Die Herausforderungen des Erzbistums Köln
Woelki steht an der Spitze eines Bistums, das für seine besondere Ausprägung des Katholizismus bekannt ist. Trotz seiner Kölner Herkunft und seiner Verbundenheit zum FC Köln wird er nicht als typischer rheinischer Katholik wahrgenommen. Er widersetzt sich entschieden dem Erneuerungsprozess der katholischen Kirche in Deutschland, dem Synodalen Weg, und erklärt, dass er keine Versprechen machen möchte, die nicht gehalten werden können.
Die Zukunft des Erzbistums und Woelkis Perspektive
Das Erzbistum Köln hat in den letzten Jahren an Mitgliedern verloren und ist hinter Münster auf den zweiten Platz zurückgefallen. Woelki verweist jedoch auf die hohe Zahl an Erwachsenentaufen in Köln und zeigt sich optimistisch über die Entwicklungen in seinem Bistum. Obwohl Bischöfe normalerweise mit 75 Jahren in den Ruhestand gehen, fühlt sich Woelki weder alt noch müde, sondern beflügelt und erfreut über seine Tätigkeit.
Ein Fest der Begegnungen im Einklang von Himmel und Erde
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Quellen: t-online
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