Die Kölner Journalistin Eva Maria Michelmann hat nach ihrer monatelangen Inhaftierung in Syrien erstmals öffentlich über ihre Erlebnisse gesprochen. In einer Videobotschaft äußerte sie sich zu den Bedingungen ihrer Haft und den Herausforderungen, die sie durchlebt hat.
Erste öffentliche Äußerungen nach der Rückkehr
In einer Pressekonferenz traten ihre Mutter, ihr Bruder und ihr Anwalt vor die Öffentlichkeit, um über die Rückkehr von Michelmann zu berichten. Ihre Mutter, Rotraut Hake-Michelmann, betonte die schwere Zeit, die die Familie durchlebt hat, und dankte den vielen Menschen, die Solidarität gezeigt haben. Sie erklärte, dass es ihrer Tochter den Umständen entsprechend gut gehe, auch wenn die Verarbeitung der Erlebnisse Zeit benötige.
Erfahrungen während der Haft
Eva Maria Michelmann war seit Anfang des Jahres in Isolationshaft und berichtete, dass sie in einem fensterlosen Raum festgehalten wurde. Sie fühlte sich von der Außenwelt abgeschnitten und erhielt die Information, dass niemand nach ihr fragen würde. Dies geschah in der Nacht, als sie in Raqqa entführt wurde. Erst nach ihrer Rückkehr nach Deutschland erfuhr sie von der breiten Unterstützung, die sie während ihrer Abwesenheit erfahren hatte. Besonders betroffen war sie von den Nachrichten, wie etwa der Durchsuchung der Wohnung von Kölner Salafistin Hanna Hansen.
Solidarität und Dankbarkeit
Michelmann äußerte sich dankbar für die Unterstützung, die sie von vielen Menschen in Deutschland erhalten hat. Sie hob hervor, dass es wichtig sei, dass Journalisten in Krisengebieten nicht vergessen werden und dass ihre kritischen Stimmen gehört werden. Besonders dankte sie ihrer Familie und ihren Kollegen, die in schwierigen Zeiten die Hoffnung aufrechterhielten.
Aktuelle Situation und weitere Entwicklungen
Während ihrer Haft wurde Michelmann von einem Gefängnis zum anderen verlegt und war zeitweise mit anderen Frauen in engen Räumen untergebracht. Sie berichtete von Folter und betonte, dass ihre Gedanken bei denjenigen seien, die weiterhin vermisst werden oder in Gefangenschaft sind. Ihr türkischer Kollege Ahmet Polad, der ebenfalls entführt wurde, gilt weiterhin als verschwunden. Michelmanns Anwalt und ihr Bruder setzen sich für seine Freilassung ein und fordern von der deutschen Regierung, ihm politisches Asyl zu gewähren.
Appell an die deutsche Regierung
Michelmann betonte, dass die in Syrien herrschende Rebellenallianz (HTS) als demokratisch betrachtet werden sollte. Sie warnte davor, dass niemand, der in Deutschland Schutz sucht, in das Land zurückgeschickt werden sollte, aus dem er geflohen ist. Die Rückkehr zur Normalität wird für sie eine Herausforderung darstellen, da sie Zeit benötigt, um die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten.
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Quellen: t-online, WDR, Die Zeit
Bildquelle: KI generiert