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Deepl-Chef erhält Auszeichnung trotz Stellenabbau

Der CEO von Deepl, Jarek Kutylowski, wurde trotz eines angekündigten Stellenabbaus von 250 Jobs als „Gründer des Jahres“ ausgezeichnet. Gewerkschaften kritisieren das Unternehmen wegen der Behinderung einer Betriebsratswahl und des Drucks auf die Mitarbeiter.

Deepl-Chef erhält Auszeichnung trotz Stellenabbau
KI generiert

Der Geschäftsführer des Kölner Unternehmens Deepl, Jarek Kutylowski, wurde kürzlich als „Gründer des Jahres“ ausgezeichnet, obwohl das Unternehmen einen erheblichen Stellenabbau angekündigt hat. Diese Ehrung erhielt er im Rahmen der „German Startup Awards“, die am Donnerstagabend stattfanden. Der Startup-Verband honorierte damit seine Leistungen im Bereich der KI-gestützten Übersetzungssoftware, die eine präzise Kommunikation über Sprachgrenzen hinweg ermöglichen soll.

Erst Anfang Mai hatte Kutylowski bekannt gegeben, dass rund 250 Stellen, was etwa einem Viertel der Belegschaft entspricht, bei Deepl gestrichen werden sollen. Der Grund für diese Entscheidung liegt in der Notwendigkeit, kleinere und fokussierte Teams zu bilden, um effizienter mit Künstlicher Intelligenz arbeiten zu können. Deepl sieht sich in einem intensiven Wettbewerb mit großen US-Technologiefirmen wie Google, Microsoft und OpenAI. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant zu betrachten, wie sich die Deutsche Post entwickelt.

Kritik von Gewerkschaften an der Unternehmensführung

Nach der Bekanntgabe des Stellenabbaus äußerten die Gewerkschaften IG Metall und Verdi erhebliche Vorwürfe gegen Deepl. Sie werfen dem Unternehmen vor, die Durchführung der ersten Betriebsratswahl am deutschen Hauptsitz in Köln absichtlich zu behindern. Von den geplanten Kürzungen sind viele der rund 620 Mitarbeiter in Deutschland betroffen.

Bereits im März hatten die Beschäftigten zusammen mit der IG Metall einen Wahlvorstand gewählt, um die Betriebsratswahl zu organisieren. Laut den Gewerkschaften hat Deepl jedoch mehrfach die Bereitstellung notwendiger Beschäftigtendaten verzögert und Fristen nicht eingehalten, was dazu führte, dass die Wahl bislang nicht stattfinden konnte. Diese Situation erinnert an die Diskussion um Mindestpreise für Fahrdienste in Köln, wo ähnliche Probleme auftraten.

Bereits im Jahr 2024 gab es einen ersten Versuch, einen Betriebsrat bei Deepl zu gründen. Auch damals berichteten Mitarbeiter von erheblichem Druck seitens der Unternehmensführung.

Belastende Situation für die Mitarbeiter

Jan Brauburger von der IG Metall Berlin kritisierte das Vorgehen des Unternehmens scharf. Er erklärte, dass Deepl die Mitbestimmung der Mitarbeiter missachte. Die Tatsache, dass kurz vor der ersten Betriebsratswahl ein erheblicher Teil der Belegschaft entlassen werden solle, sei ein „Schlag ins Gesicht“ der Mitarbeiter. Die Gewerkschaft fordert die Geschäftsführung auf, das Recht auf Mitbestimmung zu respektieren und den Druck auf engagierte Mitarbeiter zu beenden.

Auch Verdi äußerte sich kritisch. Tjark Sauer, Geschäftsführer von ver.di Köln-Bonn-Leverkusen, betonte, dass die Beschäftigten ein gesetzlich geschütztes Recht auf Mitbestimmung hätten. Wer gleichzeitig hunderte Kündigungen ausspreche und die Betriebsratswahl verzögere, sende ein klares Signal. In der aktuellen Situation benötige die Belegschaft Schutz, Transparenz und eine starke Interessenvertretung.

Aktive aus dem Wahlvorstand berichteten zudem, dass viele Mitarbeiter die gegenwärtige Lage als große Belastung empfinden. Ein gewählter Betriebsrat sei gerade jetzt von großer Bedeutung, um die Interessen der Beschäftigten kollektiv vertreten zu können.


Quellen: t-online, stern, Capital

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Bildquelle: KI generiert

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