Belgrad (Serbien) – Der Fall um den Gangster-Boss Aleksandar Nešović, der spektakulär aus der Untersuchungshaft entkam und jahrelang untertauchte, nimmt eine tragische Wendung. Er wurde tot aufgefunden, einbetoniert in einem Ölfass.
Die Geschichte, die von einer Schweizer Tageszeitung aufgegriffen wurde, beginnt im Oktober 2000 in einem Zürcher Gefängnis. Der damals 26-jährige Serbe Nešović saß wegen des Verdachts auf Drogenhandel in Untersuchungshaft. Während eines Arztbesuchs, den er aufgrund von Zahnschmerzen anforderte, wurde er von einem maskierten Mann befreit, der die beiden Bewacher mit einer Schusswaffe bedrohte. Nešović nutzte die Gelegenheit zur Flucht und stieg in einen wartenden Mercedes. Diese spektakuläre Flucht deutete bereits darauf hin, dass er im organisierten Verbrechen eine bedeutende Rolle spielte. Danach verlor sich seine Spur für viele Jahre.
Geheimes Treffen endet tödlich
Über 25 Jahre später gerät Nešović erneut in die Schlagzeilen. Am 12. Mai 2026 traf er sich in einem Nobelrestaurant in Belgrad mit seinem langjährigen Rivalen Sasa Vukovic. Berichten zufolge wurde dieses Treffen von der Polizei organisiert, mit dem Ziel, eine Versöhnung zwischen den beiden Verbrechern herbeizuführen. Am Tisch soll auch der Polizeichef von Belgrad, Veselin Milic, gesessen haben.
Das Treffen nahm jedoch eine fatale Wendung: Vukovic zog eine Pistole und feuerte zwei Schüsse auf Nešović ab, der ohne Begleitung erschienen war. Es wird vermutet, dass Vukovic die Waffe heimlich über seine Frau ins Restaurant schmuggelte.
Entdeckung der Leiche
Nach dem Attentat blieb Nešović zunächst verschwunden. Erst als seine Lebensgefährtin ihn als vermisst meldete, wurden Ermittlungen eingeleitet. Wenige Tage später entdeckten die Ermittler eine verkohlte Leiche, die in ein Ölfass einbetoniert und vergraben war. Eine DNA-Analyse bestätigte, dass es sich um die Leiche des vermissten Nešović handelte.
Die Ermittler prüfen nun, ob Polizeibeamte nicht nur das Treffen vermittelt, sondern möglicherweise auch bei der Vertuschung des Mordes geholfen haben. Es bleibt unklar, welche Rolle einzelne Beamte beim Verschwinden der Leiche spielten und ob sie aktiv beteiligt waren oder einfach nur wegschauten.
Korruption und Verstrickungen
Der Mordfall sorgt in Serbien für großes Aufsehen, da erneut Verstrickungen zwischen Polizei und organisiertem Verbrechen sowie die Korruption innerhalb der Behörden ans Licht kommen. Medienberichten zufolge wurden der inzwischen abgesetzte Polizeichef Veselin Milić sowie mehrere Polizisten festgenommen. Auch der Restaurantbesitzer und ein Mitarbeiter sind in Haft, ebenso wie Gangster-Boss Sasa Vukovic und seine Frau.
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