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Landgericht Berlin: Arzt gesteht Tötungen in der Palliativmedizin

Ein Palliativarzt aus Berlin gesteht die Tötung von zwölf Patienten und übernimmt die Verantwortung für sein Handeln. Im laufenden Verfahren wird auch über weitere mögliche Taten ermittelt.

Landgericht Berlin: Arzt gesteht Tötungen in der Palliativmedizin
Quelle: Foto: (Augustin-Foto) Jonas Augustin

Ein Palliativarzt aus Berlin sieht sich seit fast einem Jahr einem rechtskräftigen Verfahren gegenüber, in dem ihm vorgeworfen wird, mehrere seiner Patienten getötet zu haben. Der 41-Jährige hat nun, in einer unerwarteten Wendung, sein Schweigen gebrochen und die Taten eingestanden.

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Entschuldigung und Geständnis des Arztes

Am 54. Verhandlungstag vor dem Landgericht Berlin gestand der angeklagte Arzt, in 12 von 15 ihm vorgeworfenen Fällen Tötungen begangen zu haben. In einer etwa halbstündigen Erklärung übernahm er die Verantwortung für sein Handeln und entschuldigte sich bei den Angehörigen der Opfer, seiner Familie sowie seinen Kollegen. Er erklärte, dass er erst jetzt in der Lage sei, sein Verhalten zu erläutern und die Konsequenzen zu akzeptieren.

Ermittlungen zu weiteren Vorfällen

Der Prozess begann im Juli 2025, nachdem der Arzt während seiner Tätigkeit als Palliativarzt zwischen September 2021 und Juli 2024 mehrere Patienten getötet haben soll. Seine Festnahme erfolgte im August 2024, seitdem befindet er sich in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage wegen Mordes aus Heimtücke und aus niederen Beweggründen. Es sind insgesamt 15 Fälle in den Anklagen aufgeführt, zudem wird vermutet, dass der Arzt in einigen Fällen Brände gelegt hat, um seine Taten zu verschleiern. Parallel zu den laufenden Verhandlungen werden derzeit 76 weitere Fälle untersucht.

Persönliche Auseinandersetzung und abgehörte Telefonate

Im Verlauf des Prozesses wurden abgehörte Telefonate vor Gericht abgespielt, die der Angeklagte während seiner Haft mit seiner Ehefrau geführt hatte. In diesen Gesprächen hatte er bereits Tötungen eingestanden, allerdings betont, dass er keinen Mord begangen habe. Er charakterisierte sein Vorgehen als „moralisches Handeln mit den falschen Mitteln“. Vor Gericht erklärte der Arzt, dass sein Entschluss, sich zu äußern, nicht von den erdrückenden Beweisen beeinflusst sei, sondern aus seiner inneren Auseinandersetzung in den vergangenen Monaten resultierte. Er habe geglaubt, den Patienten „Leid und Siechtum“ zu ersparen und nach jeder Tat gedacht, dass es aufhören müsse. Des Weiteren äußerte er, dass er sich für seine Taten verachte und sich der Möglichkeit einer lebenslangen Haftstrafe bewusst sei, was möglicherweise einen Trost für die Angehörigen darstellen könnte, die im Verfahren als Nebenkläger auftraten.

Prozessverlauf und geladenen Zeugen

Im Verlauf der letzten Monate wurden über 200 Zeugen und Sachverständige im Rahmen des Verfahrens befragt. Der Prozess neigt sich dem Ende zu und es gab bereits Anzeichen dafür, dass der Angeklagte möglicherweise eine Erklärung abgeben würde. Am 54. Verhandlungstag kam es schließlich zu dieser entscheidenden Wende.


Quellen: tagesschau, Tagesspiegel

Bildquelle: Quelle: Foto: (Augustin-Foto) Jonas Augustin

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