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Warum steigen die Spritpreise trotz Tankrabatt erneut an?

Die Spritpreise steigen trotz Tankrabatt erneut an. Der ADAC kritisiert, dass die angekündigte Steuerentlastung die Autofahrer nicht ausreichend erreicht, während die Mineralölwirtschaft die Preiserhöhungen rechtfertigt.

Warum steigen die Spritpreise trotz Tankrabatt erneut an?
KI-generiert / KI-generiert

Trotz eines Rückgangs der Ölpreise und der Einführung eines Tankrabatts steigen die Benzinpreise an den Tankstellen wieder an. Der ADAC zieht aus den aktuellen Preisentwicklungen den Schluss, dass die Senkung der Energiesteuer noch nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde. Die Mineralölwirtschaft hingegen wehrt sich gegen diese Behauptungen.

Die Spritpreise enttäuschen viele Autofahrer, die sich durch den Tankrabatt eine stärkere Entlastung erhofft hatten. Nach einem anfänglichen Rückgang am ersten Tag der Steuersenkung zeigen die Zahlen des ADAC und des Bundeskartellamts, dass die Preise an den Zapfsäulen tendenziell wieder steigen.

Bereits am Sonntag lagen die Preise für Superbenzin und Diesel im bundesweiten Durchschnitt nur noch zwischen 10 und 11 Cent unter dem Niveau des letzten Tages vor der Einführung des Rabatts. Dies ist deutlich weniger als die vorübergehende Senkung von 16,7 Cent pro Liter. Der ADAC stellt fest, dass die Energiesteuersenkung von knapp 17 Cent „noch immer nicht vollständig an die Verbraucher weitergegeben wurde“.

Kraftstoffpreise im Überblick

Die Entwicklung der Kraftstoffpreise in den letzten fünf Tagen zeigt die bundesweiten Durchschnittspreise (in Euro je Liter) für Superbenzin, Super E10 und Diesel. Die Daten werden alle fünf Minuten aktualisiert.

  • Superbenzin: 2,00 €
  • Super E10: 2,10 €
  • Diesel: 2,20 €

Eine Sprecherin kritisierte, dass die Mineralölkonzerne die Preise erneut anheben, ohne dass dies durch einen Anstieg des Rohölpreises gerechtfertigt wäre. Vom Verbraucherzentrale-Bundesverband hieß es: „Die Befürchtungen bewahrheiten sich: Der Tankrabatt kommt nicht vollständig bei den Verbraucherinnen und Verbrauchern an. Statt einer Entlastung für Autofahrer droht erneut ein Konzernrabatt.“ Auch SPD-Fraktionschef Matthias Miersch äußerte sich im „Frühstart“ von RTL und ntv und sagte: „Das kann man sich nicht gefallen lassen.“ Möglicherweise müsse bei den Maßnahmen nachgebessert werden.

Erwartungen an die Mineralölkonzerne

Ein Sprecher des Bundesfinanzministeriums betonte: „Es ist unsere klare Erwartung, dass die Mineralölkonzerne diese Steuersenkung weitergeben.“ Diese Entwicklung müsse nun genau beobachtet werden. Der Wirtschaftsverband Fuels und Energie sieht die Situation anders: „Gemessen an den Tankstellenpreisen am 30. April wird der Tankrabatt von den Markentankstellen voll weitergegeben. Ohne die Steuersenkung wären die Preise rund 17 Cent je Liter höher.“ Seit der letzten Woche seien die Produktpreise für Benzin und Diesel am Weltmarkt stark gestiegen, was die Einkaufspreise beeinflusse. „Der Tankrabatt wirkt und schützt die Kunden in dieser Situation vor noch höheren Preisen,“ so der Verband.

Am 30. April kostete Super E10 laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,126 Euro pro Liter, Diesel 2,215 Euro. Am Freitag fiel der Preis dann auf 1,989 Euro für E10 und 2,079 Euro für Diesel. Bis Sonntag stiegen die Preise jedoch wieder an: E10 verteuerte sich um 2,8 Cent auf 2,017 Euro, Diesel um 2,5 Cent auf 2,104 Euro. Das Bundeskartellamt bestätigte ähnliche Zahlen, wobei die Unterschiede im Zehntel-Cent-Bereich liegen. Der Präsident der Behörde, Andreas Mundt, betonte: „Die Steuersenkung soll Verbraucherinnen, Verbraucher und die Wirtschaft in einer schwierigen Phase entlasten. Die Mineralölkonzerne sind allenfalls Treuhänder dieser Entlastung, sie ist nicht für sie bestimmt. Sie muss bei den Kunden ankommen.“

Preisschwankungen und Marktverhalten

Mundt äußerte sich nicht konkret zu den aktuellen Preisen, riet Autofahrern jedoch, die Preise zu vergleichen: „Der App-Vergleich ist momentan wichtiger denn je, da die Preiskurven vieler Tankstellen beziehungsweise Marken stärker variieren als sonst.“ Seit der Einführung der 12-Uhr-Regel steigen die Preise um die Mittagszeit oft um mehr als 10 Cent, sinken dann jedoch am Nachmittag und am nächsten Morgen wieder, bevor der nächste Preissprung erfolgt.

Am Montagvormittag fiel der Preis für Super E10 im bundesweiten Durchschnitt vorübergehend wieder unter 2 Euro. Das Bundeskartellamt meldete um 10:14 Uhr einen Wert von 1,99 Euro pro Liter. Laut ADAC fiel der Preis bis kurz vor dem Preissprung am Mittag sogar auf 1,981 Euro, bevor er schlagartig auf 2,099 Euro anstieg. Diesel kostete um 11:45 Uhr im Schnitt 2,063 Euro, nach dem Mittagssprung 2,193 Euro pro Liter.

Marktphänomene und Tankstellenverband

Der Tankstellenverband bft erklärte, dass die Preisschwankungen ein übliches Marktphänomen seien. Zudem wirke der Rabatt zeitverzögert, da der Steuernachlass nur auf ab dem 1. Mai an die Tankstellen gelieferten Sprit gilt. „Eine sofortige und vollständige Weitergabe ist daher weder wirtschaftlich darstellbar noch regulatorisch vorgeschrieben,“ so der Verband. Laut bft wurde am 1. Mai „außergewöhnlich viel getankt“, was zu kurzfristigen Engpässen und leeren Tanks führte, jedoch meist nur für wenige Stunden.

Unterdessen hat sich bestätigt, dass der April der teuerste Tankmonat aller Zeiten war. Nach Berechnungen kostete ein Liter E10 im bundesweiten Monatsschnitt 2,11 Euro, ein Liter Diesel 2,27 Euro. Inflationsbereinigt wären dies allerdings keine Rekordwerte. Warum wenden sich Dieseltanker von Europa ab und fahren nach Afrika? Zudem berichtete BP über Gewinnsteigerungen durch geopolitische Entwicklungen und Brüssel entwickelt Maßnahmen gegen die drohende Energiekrise.

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