Der langsame und verlustreiche Vormarsch der russischen Armee in der Ukraine hat nahezu zum Stillstand geführt. Laut Angaben aus Kiew gibt es weiterhin zahlreiche Verluste unter den russischen Soldaten, die durch den Einsatz von Drohnen verursacht werden. Die Situation auf dem Schlachtfeld hat sich nach ukrainischen Berichten verbessert.
Die Ukraine sieht sich nach eigenen Aussagen in der Verteidigung gegen den russischen Angriffskrieg so stark aufgestellt wie seit einem Jahr nicht mehr.
„Wir haben die russische Überlegenheit in der Truppenstärke durch den Einsatz von Drohnen minimiert“,
erklärte der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha in einer Pressekonferenz. Er betonte, dass die gegenwärtige Lage auf dem Schlachtfeld auch durch eine verstärkte Luftabwehr „tatsächlich die stärkste, oder die solideste“ seit einem Jahr sei.
Effektivität der Luftabwehr
Nach Angaben von Sybiha ist die Ukraine mittlerweile in der Lage, „bis zu 90 Prozent“ der Angriffe auf ukrainische Städte abzuwehren. Auswertungen von Daten der ukrainischen Luftwaffe zeigen, dass die Streitkräfte in den letzten Monaten regelmäßig 80 bis 90 Prozent der russischen Drohnen und Raketen abfangen konnten.
- Abschussquote der Luftabwehr: Die ukrainische Luftabwehr hat in den letzten sieben Tagen eine hohe Erfolgsquote bei der Abwehr von Angriffen erzielt.
Russische Geländegewinne stagnieren
Eine Analyse des US-amerikanischen Institute for the Study of War (ISW) zeigt, dass Russland im März 2026 an der Front in der Ukraine zum ersten Mal seit zweieinhalb Jahren kaum Geländegewinne verzeichnen konnte. Demnach eroberten die russischen Streitkräfte im vergangenen Monat lediglich 23 Quadratkilometer ukrainisches Territorium.
Außenminister Sybiha fügte hinzu:
„Für uns bedeutet die Lage auf dem Schlachtfeld, unsere Verhandlungsposition zu stärken.“
Die Ukraine habe die Türkei gebeten, ein Treffen zwischen Präsident Wolodymyr Selenskyj und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu fördern. Kiew strebt seit Monaten ein solches Treffen an, jedoch hat Moskau den Vorschlag wiederholt zurückgewiesen. In diesem Zusammenhang sind auch die Einschnitte in der Ölversorgung von Bedeutung, die Russland zusätzlich belasten.
Die Entwicklungen auf dem Schlachtfeld werfen ein neues Licht auf die strategische Lage in der Region und die Möglichkeiten für zukünftige Verhandlungen. Zudem kommuniziert Ungarn mit Russland, was die geopolitische Situation weiter kompliziert.