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Trump vor schwierigen Entscheidungen nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran

Die gescheiterten Gespräche zwischen den USA und dem Iran lassen Donald Trump vor schwierigen Entscheidungen stehen. drei riskante Optionen könnten den Konflikt weiter anheizen oder eine neue Eskalation auslösen.

Trump vor schwierigen Entscheidungen nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran
KI-generiert

Die Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die unter Vermittlung Pakistans stattfanden, sind am frühen Sonntagmorgen ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen. Laut US-Vizepräsident JD Vance wurde bei den Verhandlungen in Islamabad keine Einigung erzielt. Ob und wann es zu weiteren Gesprächen kommen wird, bleibt unklar.

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Vance erklärte, man verlasse den Verhandlungsort und hinterlasse dem Iran einen Vorschlag, der als endgültiges Angebot zu verstehen sei. Der US-Vizepräsident bestieg nach Angaben anwesender Journalisten noch am Morgen ein Flugzeug in Richtung USA.

Das Scheitern der Verhandlungen ist nicht überraschend, verstärkt jedoch das zentrale Problem: Nach einem Krieg und einer brüchigen Waffenruhe sieht sich keine der beiden Seiten zum Einlenken gezwungen. Für Donald Trump wird die Situation politisch und strategisch zunehmend heikel.

Die rund 21 Stunden dauernden Gespräche haben vor allem eines gezeigt: Die Positionen der beiden Seiten liegen weiterhin weit auseinander. Washington fordert die dauerhafte Aufgabe des iranischen Atomprogramms und die Öffnung der Straße von Hormus, während Teheran von „überzogenen Forderungen“ spricht und auf der Urananreicherung besteht. Zudem nutzt der Iran die Kontrolle über die Straße von Hormus als Druckmittel.

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Das Problem ist, dass sich beide Seiten im Iran-Konflikt als Sieger fühlen. Die USA verweisen auf ihre militärische Überlegenheit, während der Iran darauf hinweist, dem Druck standgehalten zu haben. Trump äußerte vor dem Ende der Gespräche: „Ob wir einen Deal machen oder nicht, macht für mich keinen Unterschied. Der Grund ist, dass wir gewonnen haben.“ Wer sich jedoch als Sieger sieht, ist kaum bereit, Zugeständnisse zu machen. Trump und den USA bleiben daher drei Optionen.

Option 1: Verhandlungen wieder aufnehmen

Die erste Option ist die naheliegendste: **weiterverhandeln**. Es gibt Anzeichen dafür, dass die Tür zur Diplomatie nicht vollständig geschlossen ist. Pakistan wird weiterhin als Vermittler fungieren, um den Dialog zwischen Washington und Teheran zu ermöglichen. Auch aus Israel kommt das Signal, dass weitere Gespräche möglich seien. Der israelische Sicherheitsminister Seew Elkin erklärte, dies sei eine Option.

Sachlich betrachtet wäre dies der vernünftigste Weg, da nur Verhandlungen die zentralen Streitpunkte lösen können: den Konflikt um das iranische Atomprogramm, die Sanktionen, mögliche Reparationen und die Zukunft der Straße von Hormus.

Die USA haben klargemacht, wo ihre roten Linien liegen und in welchen Punkten sie bereit sind, dem Iran entgegenzukommen, so JD Vance. Der US-Vizepräsident nannte jedoch keine Details zu den Knackpunkten. Er merkte lediglich an, dass man bislang nicht gesehen habe, dass sich der Iran langfristig zur Aufgabe der Entwicklung von Atomwaffen verpflichte. „Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden.“

Politisch sind weitere Verhandlungen für Trump jedoch heikel. Er hat sich darauf festgelegt, dass der Iran nach dem Krieg im Kern einlenken müsse. Doch genau das tut Teheran nicht. Ein belastbares Abkommen wäre nur über einen längeren Prozess mit Zugeständnissen auf beiden Seiten zu erreichen – also gerade nicht über die Kapitulationslogik, auf die Trump setzt. Das frühere Atomabkommen, das unter US-Präsident Barack Obama zustande kam, wurde über zwei Jahre hinweg ausgehandelt.

Option 2: Neue militärische Eskalation

Die zweite Option ist eine **neue militärische Eskalation**. Die Drohung damit bleibt Trumps wichtigstes Druckmittel. Vance erklärte, dass das Scheitern der Gespräche „für den Iran eine viel schlechtere Nachricht als für die Vereinigten Staaten“ sei. Die jüngst geschlossene Waffenruhe ist ohnehin fragil und läuft in anderthalb Wochen aus. Ein neuer Krieg hätte jedoch hohe Kosten. Bereits die bisherigen Kämpfe haben die Energiepreise in die Höhe getrieben und die Weltwirtschaft unter Druck gesetzt. Ökonomen erwarten selbst im günstigsten Fall dauerhaft erhöhte Preise und neue Inflationsrisiken.

Carsten Brzeski, Chefvolkswirt von ING, sagte im Interview: „In unserem Basisszenario, das fast schon mild ist, gehen wir davon aus, dass es noch einmal zu einer Eskalation kommen wird.“ Erst danach sei mit einer schrittweisen Stabilisierung zu rechnen. Er prognostizierte, dass der Ölpreis zum Jahresende bei „knapp unter 90 Dollar pro Barrel Dated Brent“ liegen könnte. Vor dem Krieg lag er bei rund 60 Dollar pro Barrel. „Tankpreise könnten dauerhaft hoch bleiben, wenn auch niedriger als in den vergangenen Tagen.“

Eine weitere Eskalation könnte diese Effekte massiv verstärken – mit weitreichenden Folgen. Im schlimmsten Fall könnten die Friedensbemühungen scheitern und es käme erneut zu einer Eskalation, was die Ölpreise stark steigen und die Inflation auf „sechs bis acht Prozent“ klettern lassen könnte, so Brzeski.

Hinzu kommt, dass der erste militärische Schlag – einschließlich der Tötung von Ajatollah Ali Chamenei zu Beginn des Krieges Ende Februar – den Iran nicht zum Einlenken gezwungen hat. Ob eine weitere massive Eskalation dies tun würde, bleibt ungewiss.

Option 3: Mittelweg zwischen Verhandlung und Krieg

Die dritte Option liegt zwischen Diplomatie und offenem Krieg: **maximaler Druck ohne vollständige Rückkehr in die großen Kampfhandlungen**. Dies würde bedeuten, die Gespräche formal offenzuhalten, gleichzeitig jedoch militärische Präsenz zu zeigen, den Iran durch Sanktionen und Abschreckung unter Druck zu setzen und insbesondere in der Straße von Hormus Stärke zu demonstrieren.

Diese Strategie könnte kurzfristig der wahrscheinlichste Weg sein. Sie erlaubt Trump, Härte zu zeigen, ohne sofort den vollen Preis einer weiteren militärischen Eskalation zu zahlen. Doch gerade diese Strategie ist instabil.

Die Spannungen rund um die Straße von Hormus verdeutlichen, wie schnell die Lage kippen kann. Der Iran hat US-Schiffe bereits gewarnt, während das US-Militär in der Region operiert. Die Meerenge ist längst zum zentralen Hebel geworden – für Teheran ein Mittel, wirtschaftlichen Druck auszuüben, für den Westen ein neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung.

Straße von Hormus als Knackpunkt

Nach iranischen Angaben stand die Straße von Hormus in Islamabad ganz oben auf der Liste der Streitpunkte – noch vor der Atomfrage. Dies zeigt, wie stark sich der Konflikt seit Kriegsbeginn verändert hat. Es geht nicht mehr nur um nukleare Aufrüstung und Sanktionen, sondern auch um die Kontrolle über eine der wichtigsten Energie- und Handelsrouten der Welt.

Diese Haltung spiegelt sich auch in den Signalen aus Teheran wider. Nach den gescheiterten Gesprächen hat der Iran offenbar kein Interesse an einer Fortsetzung der Verhandlungen. Solange die USA keinem „vernünftigen Abkommen“ zustimmen, werde sich an der Lage in der Straße von Hormus nichts ändern, heißt es aus iranischen Kreisen. Das bedeutet, solange der Konflikt um die Straße von Hormus ungelöst bleibt, gibt es auch bei einer Waffenruhe keine echte Stabilität. Die Kämpfe könnten zwar pausieren, die wirtschaftliche Eskalation würde jedoch weitergehen.

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