Am Donnerstag, dem 3. September, kam es in Istanbul zu einem tragischen Vorfall, bei dem ein 20-jähriger Mann mit österreichisch-türkischer Doppelstaatsbürgerschaft, genannt Berkan C., von der Polizei erschossen wurde. Der Einsatz endete tödlich, nachdem der junge Mann das Feuer auf die Einsatzkräfte eröffnete. Ein unbeteiligter Passant wurde bei diesem Vorfall verletzt.
Vorfallverlauf
Der Schusswechsel ereignete sich im Stadtteil Sultanbeyli, in der unmittelbaren Nähe eines Busbahnhofs. Videoaufnahmen belegen, dass Berkan C. auf die Polizisten schoss, die in Deckung hinter einem Fahrzeug gingen. Die türkischen Sicherheitsbehörden hatten bereits Verdacht geschöpft, dass er Verbindungen zur Terrororganisation Islamischer Staat (IS) hatte und einen Anschlag vorbereitete.
Überwachung der Sicherheitsbehörden
Berkan C. stand seit längerer Zeit im Fokus der Sicherheitsbehörden in Österreich. Seine Radikalisierung sowie seine sympathisierenden Äußerungen zum IS wurden 2025 von der Direktion Staatsschutz und Nachrichtendienst (DSN) sowie der LSE Wien dokumentiert. Aufgrund von Hinweisen auf eine geplante Ausreise nach Ägypten wurde er im Mai 2025 festgenommen und verbrachte bis November 2025 in Untersuchungshaft.
Rechtliche Probleme und Festnahmen
Im März 2026 wurde der junge Mann erneut festgenommen, da die DSN feststellte, dass er trotz eines bestehenden Waffenverbots Interesse an Waffenkäufen zeigte. Ende Mai 2026 wurde er wegen seiner Mitgliedschaft in einer kriminellen Organisation sowie wegen Verstößen gegen das Waffengesetz verurteilt. Nach Berücksichtigung der Untersuchungshaft wurde er freigelassen.
Reise in die Türkei und Konsequenzen
Zu den Auflagen seiner Entlassung gehörten regelmäßige Meldungen bei den Sicherheitsbehörden sowie die Teilnahme an einem Deradikalisierungsprogramm. Im Juli 2026 reiste Berkan C. jedoch ohne Genehmigung in die Türkei. Dort wurde er zunächst festgenommen, später jedoch unter Auflagen wieder freigelassen.
Rechtliche Situation in Österreich
Nach seiner Ausreise trat in Österreich eine Festnahmeanordnung in Kraft. Zudem war ein Verfahren zur Aberkennung seiner österreichischen Staatsbürgerschaft im Gange. Der Vorfall in Istanbul hat die Herausforderungen im Umgang mit radikalisierten Personen und den internationalen Austausch von Sicherheitsinformationen verstärkt in den Fokus gerückt.
Quellen: heute, sn
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