Die diplomatischen Beziehungen zwischen Südkorea und der Ukraine stehen auf der Kippe, nachdem der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj öffentlich über nordkoreanische Kriegsgefangene berichtete. Diese Äußerungen könnten einen Verstoß gegen eine bestehende Geheimhaltungsvereinbarung darstellen, was die Situation erheblich kompliziert.
Konflikt um Geheimhaltungsvereinbarung
Der südkoreanische Präsident Lee Jae Myung hat der Ukraine im Rahmen dieses diplomatischen Streits mit Konsequenzen gedroht. Er betonte, dass es sich um eine Angelegenheit handle, die das Ansehen der Bürger und des Staates Südkorea betreffe. „Das können wir nicht hinnehmen“, erklärte Lee auf der Plattform X. Sollte die ukrainische Regierung weiterhin die Existenz einer Vertraulichkeitsvereinbarung leugnen und keine öffentliche Entschuldigung abgeben, werde die südkoreanische Regierung entsprechende Maßnahmen ergreifen.
Reaktionen aus Kiew
Die ukrainische Seite versucht, die Situation zu entschärfen. Außenminister Andrij Sybiha äußerte sich am Donnerstag und bezeichnete die Vorfälle als diplomatisches Missverständnis. Er versicherte, dass die Regierung in Kiew an einer schnellen Lösung arbeite.
Auslöser des Konflikts
Der diplomatische Eklat wurde durch eine Rede Selenskyjs vor der UN-Vollversammlung ausgelöst, in der er die Übergabe von zwei gefangenen nordkoreanischen Soldaten an Südkorea bekanntgab. Die südkoreanische Regierung warf Kiew daraufhin vor, eine Abmachung zur Geheimhaltung gebrochen zu haben, was die Sicherheit der Soldaten und ihrer Familien gefährde. Ukrainische Regierungsvertreter hingegen bestreiten die Existenz einer solchen Vereinbarung.
Vorwürfe aus Seoul
Lee Jae Myung kritisierte die ukrainische Position und stellte fest, dass die Ukraine den Präsidenten eines anderen Landes als Lügner dargestellt habe. „Als wir die Anerkennung der Vereinbarung und eine Entschuldigung forderten, sprach die ukrainische Seite stattdessen von einem unmittelbar bevorstehenden militärischen Konflikt zwischen Nord- und Südkorea“, so Lee weiter.
Hintergrund der Kriegsgefangenen
Die beiden nordkoreanischen Soldaten waren im Januar 2025 von ukrainischen Streitkräften gefangen genommen worden, während sie in der Region Kursk auf russischer Seite kämpften. Nach Angaben von Aktivisten baten sie darum, in Südkorea leben zu dürfen. Laut der südkoreanischen Verfassung gelten alle Nordkoreaner als südkoreanische Bürger, was auch für in der Ukraine gefangene Soldaten gilt.
Vertraulichkeitsabkommen
Der südkoreanische Parlamentarier Yoo Yeong Ha erklärte, dass es tatsächlich keine offizielle Geheimhaltungsvereinbarung zwischen Kiew und Seoul gegeben habe. Allerdings hätten Diplomaten beider Seiten im Zuge ihrer Kommunikation Vertraulichkeit vereinbart, was auf Wunsch der ukrainischen Seite geschehen sei. „Von Beginn der Gespräche an bat die ukrainische Seite von sich aus um strikte Vertraulichkeit“, so Yoo.
Humanitäre Unterstützung und Rüstungsanfragen
Südkorea hat seit dem russischen Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 humanitäre und finanzielle Unterstützung geleistet und im Juli 2026 weitere 100 Millionen Dollar zugesagt. Obwohl Seoul keine tödlichen Waffen an die Ukraine liefert, prüft es Anfragen für Abwehrwaffen, insbesondere seit Nordkorea Russland mit Soldaten unterstützt.
Nordkorea gilt als einer der wichtigsten Unterstützer Russlands im Ukraine-Konflikt. Nach Erkenntnissen südkoreanischer und westlicher Geheimdienste wurden im vergangenen Jahr mehr als 10.000 nordkoreanische Soldaten nach Russland entsandt, die vor allem in der Grenzregion Kursk eingesetzt wurden. Im April 2026 bestätigte Nordkorea erstmals, Soldaten nach Russland geschickt zu haben, wobei etwa 2000 von ihnen im Krieg getötet wurden.
Quellen: n-tv
Dieser Text wurde mit Hilfe von künstlicher Intelligenz in Zusammenarbeit mit unserer Redaktion erstellt.