Ein tragischer Fährunfall vor der Küste Zyperns forderte mindestens acht Menschenleben. An Bord der Fähre befanden sich insgesamt 267 Personen. Die nordzyprischen Behörden haben bereits Suchaktionen gestartet, um die noch vermissten Passagiere zu lokalisieren.
Festnahmen von Kapitän und Crew
Im Zuge der Ermittlungen zu diesem schweren Unglück besteht die Hoffnung, den Schiffsdatenschreiber zu bergen, der in mehr als 500 Metern Tiefe auf dem Meeresgrund liegt. Der Kapitän des gesunkenen Katamarans sowie sieben Mitglieder der Besatzung wurden festgenommen. Überlebende Passagiere haben der Crew schwerwiegende Vorwürfe gemacht, darunter Berichte über verschlossene Fluchtwege während des Unglücks.
Intensive Suchaktionen
Die Suche nach den noch vermissten 18 Personen wird unabdingbar fortgesetzt. Tufan Erhürman, Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, hat versichert, dass die Rettungsmaßnahmen auch in der Dunkelheit des Nachtfortgesetzt werden. Bisher konnten die Einsatzkräfte die Mehrheit der über 250 Passagiere retten, die sich während des Unglücks an Bord befanden.
Hintergründe des Unglücks
Das Unglück ereignete sich am Sonntagmittag, kurz nachdem das Schiff aus der Hafenstadt Kyrenia ausgelaufen war, auf dem Weg nach Mersin in Südtürkei. Aus bislang unbekannten Gründen kam es zum Wassereinbruch, der das Schiff schließlich zum Kentern brachte. Augenzeugen berichteten von chaotischen Szenen an Bord, während die Passagiere um ihre Sicherheit kämpften.
Reaktionen und umfassende Ermittlungen
Ministerpräsident Ünal Üstel der Nordzyprischen Regierung hat angekündigt, dass alle Aspekte des Vorfalls gründlich geprüft werden. Er betonte, dass auch kleinste Fahrlässigkeiten aufgedeckt und die Verantwortlichen zur Verantwortung gezogen werden müssen. Der Verkehrsminister Erhan Arikli wies darauf hin, dass die Ermittlungen auch die Seetauglichkeit und die Betriebserlaubnis des Schiffes in den Fokus nehmen werden.
Chaotische Szenen an Bord
Berichten zufolge herrschte an Bord des zweistöckigen Katamarans Panik. Passagiere auf dem unteren Deck versuchten verzweifelt, die Fenster einzuschlagen, um zu entkommen, während andere sich an den schwimmenden Teilen des Schiffs festhielten und auf Rettung warteten. Ein Augenzeuge berichtete, dass die Passagiere die Besatzung informierten, dass Wasser eindringe, und um eine Kursänderung baten.
Politische Hintergründe
Zypern ist seit 1974 de facto geteilt, und die Türkische Republik Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Die Europäische Union hat die Insel Zypern als Ganzes in die Union aufgenommen. Der Sprecher der zyprischen Regierung drückte sein Mitgefühl für die Opfer und deren Angehörige in dieser schweren Zeit aus. Auch der türkische Präsident sprach den Hinterbliebenen sein Beileid aus.
Quellen: Focus, Die Zeit, Bild
Bildquelle: Alexander Gerst via Wikimedia Commons (CC BY-SA 2.0)
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