Durch den drastischen Rückgang des Wasserstands der Donau sind in Budapest die Überreste von zwei deutschen Soldaten sowie ein fast vollständig erhaltenes Wehrmachtsmotorrad entdeckt worden. Diese bemerkenswerten Funde fanden am Batthyány-Platz, direkt gegenüber dem ungarischen Parlamentsgebäude, statt. Zunächst wurde von Passanten lediglich die Gabel eines Motorrads wahrgenommen, die aus dem Schlamm herausragte, was die Aufmerksamkeit der Fachleute des ungarischen Militärhistorischen Instituts auf sich zog.
Bei der anschließenden Untersuchung der Fundstelle identifizierten die Experten eine Militärmaschine, die vermutlich als DKW NZ 350-1 klassifiziert wurde. Dieses Modell, das seit 1944 im Einsatz war, gilt als besonders robust und wurde durch den Schlammeintrag der Donau in einem bemerkenswert guten Zustand erhalten.
Die Bergung der Funde stellte sich als schwierig heraus, da im Umfeld des Motorrads zahlreiche Kampfmittel aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt wurden. Dazu gehörten unter anderem deutsche Panzerabwehrminen, Handgranaten und Überreste von Artilleriegranaten. Um die Gefahren zu beseitigen, mussten Kampfmittelräumer mehrfach zur Stelle sein, was zur temporären Sperrung einer nahegelegenen Uferstraße führte. Die eigentliche Bergung der menschlichen Überreste konnte erst nach der sicheren Entfernung der explosiven Objekte beginnen.
Unterhalb des Motorrads fanden die Experten menschliche Überreste, die später als die von zwei deutschen Soldaten aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs verifiziert werden konnten. Die Identität dieser Soldaten steht jedoch noch nicht fest.
Ein ungarischer Partner des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge hat die Verantwortung für die Bergung der Überreste übernommen. Besonders aufschlussreich für die Identifizierung sind die überraschend gut erhaltenen Erkennungsmarken der Soldaten. Der Hafenschlamm, vermischt mit Gasöl, hat die Metallplatten so gut konserviert, dass die darauf befindlichen Zahlen und Buchstaben noch lesbar sind. Arne Schrader, Leiter der Abteilung Kriegsgräberdienst und internationale Beziehungen beim Volksbund, erläuterte, dass nun eine gründliche Untersuchung der Erkennungsmarken und der Gefechtstagebücher durchgeführt wird, um die Identität der beiden Soldaten festzustellen.
Besonders bemerkenswert ist, dass beide Erkennungsmarken vollständig sind. Im Regelfall wurde im Todesfall eine Hälfte beim gefallenen Soldaten belassen, während die andere Hälfte an die Wehrmachtsauskunftstelle in Berlin geschickt wurde, um die Angehörigen zu informieren. Die vollständigen Marken könnten darauf hindeuten, dass die Männer möglicherweise nie offiziell als gefallen registriert wurden. Anfang 1945 war Budapest Schauplatz heftiger Kämpfe zwischen der Roten Armee und der Wehrmacht.
Nach Abschluss aller Untersuchungen ist geplant, die sterblichen Überreste auf der deutschen Kriegsgräberstätte in Budaörs, unweit von Budapest, zu bestatten. Dort ruhen bereits zahlreiche deutsche und ungarische Kriegstote des Zweiten Weltkriegs.
Quellen: Bild, n-tv
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