Im Kontext des Ukraine-Kriegs hat Belgien beschlossen, 15 gebrauchte Gepard-Flugabwehrpanzer von einem privaten Anbieter zu erwerben. Diese Entscheidung erfolgt, nachdem die Panzer in der Vergangenheit ausgemustert wurden und nun nach einer Instandsetzung der Ukraine zur Verfügung gestellt werden sollen.
Wie das Medium L’Echo berichtet, stammen die Panzer ursprünglich aus einem Verkauf des belgischen Verteidigungsministeriums an das Unternehmen Sabiex in den 2000er Jahren, welches später von OIP übernommen wurde. Die genauen Kosten für den Rückkauf sind bislang nicht bekannt.
Erfolgreicher Einsatz in der Ukraine
Die Gepard-Flugabwehrpanzer sind seit 2022 in der Ukraine im Einsatz und haben sich als äußerst effektiv erwiesen. Deutschland hatte der Ukraine bereits über 60 ausgemusterte Exemplare zur Verfügung gestellt. Zudem erhielt die Ukraine weitere Panzer der niederländischen Variante „Cheetah“ über die USA aus Jordanien.
Die Flugabwehrpanzer haben sich insbesondere bei der Bekämpfung von Drohnen bewährt und wurden von ukrainischen Soldaten für ihre hohe Abschussquote gelobt.
„Allein eine Besatzung hat bereits 24 feindliche Ziele abgeschossen: Raketen und Shahed-Drohnen“, berichtete die 540. Flugabwehrbrigade Lwiw auf Facebook.
Aktuelle Situation und Verfügbarkeit
In der Europäischen Union sind in Rumänien noch einige Dutzend Gepard-Panzer im aktiven Dienst. Darüber hinaus sind weitere Exemplare in Brasilien zu finden. Es bleibt jedoch unklar, wie viele ausgemusterte Gepard- oder „Cheetah“-Panzer weltweit noch in Depots bei privaten Unternehmen lagern.
Die Gepard-Flugabwehrpanzer verfügen über eine Reichweite von etwa fünf Kilometern. Um ein großes Land wie die Ukraine effektiv vor Drohnenangriffen zu schützen, wären Hunderte solcher Panzer erforderlich. Da diese jedoch nicht in ausreichender Zahl verfügbar sind, setzt die ukrainische Luftabwehr auf eine Vielzahl anderer Systeme, darunter Abfangdrohnen sowie die Flugabwehrsysteme Iris-T, Nasams und Sky Sentinel. Zudem gibt es Berichte über Dieseltanker, die sich von Europa abwenden, was die Situation weiter kompliziert.
Ein weiterer Aspekt sind die Einschnitte in der Ölversorgung, die Russland belasten und möglicherweise Auswirkungen auf die militärische Unterstützung der Ukraine haben.