Peter Magyar wird voraussichtlich als Sieger aus der Parlamentswahl in Ungarn hervorgehen. Der amtierende Regierungschef Viktor Orbán hat bereits telefonisch gratuliert.
Nach Angaben von Magyar hat Orbán seine Niederlage bei der Wahl anerkannt. „Er hat uns zu unserem Sieg gratuliert“, erklärte der Oppositionsführer am Sonntagabend, nur zwei Stunden nach Schließung der Wahllokale. Diese richtungsweisende Wahl in Ungarn verzeichnete eine Rekordbeteiligung.
Orbán selbst gestand seine Niederlage kurz darauf in einer Pressekonferenz ein und bezeichnete sie als „schmerzvoll“.
Der Urnengang in Budapest fand international große Beachtung und wurde als die bedeutendste Wahl des Jahres innerhalb der Europäischen Union angesehen. Während Orbán seit Jahren einen konfrontativen Kurs gegenüber Brüssel verfolgt und trotz des Ukraine-Kriegs enge Beziehungen zu Russlands Präsidenten Wladimir Putin pflegt, hat Magyar angekündigt, einen pro-westlichen Kurs einzuschlagen und Ungarn zu einem verlässlichen Partner innerhalb der NATO und der EU zu machen. Ungarn kommuniziert mit Russland während EU-Treffen: Bericht über Gespräche mit Lawrow
Orbán: Der dienstälteste Regierungschef der EU
Der 62-jährige Orbán ist der am längsten amtierende Regierungschef in der EU. In seinen 16 Jahren an der Macht hat der rechtsnationalistische Politiker Ungarn in eine von ihm als „illiberale Demokratie“ bezeichnete Regierungsform verwandelt, die durch einen autoritären Stil geprägt ist und nach Ansicht Brüssels die in der EU geltenden Rechtsstaatlichkeitsstandards nicht einhält.
Magyar: Der neue Oppositionsführer
Der 45-jährige Magyar war früher Teil von Orbáns Lager und trat erst vor zwei Jahren in die große Politik ein, als er sich von Orbáns Fidesz-Partei abspaltete und an die Spitze der konservativen Partei Tisza wechselte. Er verfolgt einen EU-freundlichen Kurs.
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Bildquelle: Unknown via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)