Stuttgart/Berlin
11.04.2026 / 13:12
Der Vize-Vorsitzende des Arbeitnehmerflügels der Union, Dennis Radtke, äußert sich besorgt über die internen Streitigkeiten innerhalb der Koalition bezüglich der steigenden Energiekosten. Er hält die Wirtschaftsministerin Katherina Reiche für nicht mehr tragbar und warnt vor einer Ablenkung durch Personaldebatten. „Wir benötigen jetzt intensive Diskussionen über die Sachthemen, jedoch keine Debatten über Personen. Es ist entscheidend, dass wir die richtigen Antworten auf die gegenwärtigen Herausforderungen finden“, erklärte Radtke in Berlin.
Er betonte, dass spürbare Entlastungen für Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen dringend erforderlich seien, insbesondere in Bezug auf Steuern, Energie und alltägliche Lebenshaltungskosten. „Diese Diskussion führen wir auch intern sehr klar und konstruktiv“, fügte er hinzu. In diesem Zusammenhang ist es wichtig, dass auch die Linke gerechtere Lösungen für Rentenalter und Lebenserwartung fordert.
Reaktionen auf interne Kritik
Radtke reagierte damit auf die Äußerungen seines Stellvertreters Christian Bäumler, der nach einer scharfen Kritik von Ministerin Reiche an der SPD eine „Auswechslung“ der Ministerin für notwendig hielt. Bäumler, der auch Vorsitzender des CDU-Sozialflügels in Baden-Württemberg ist, warf Reiche vor, sich gegen Kanzler Friedrich Merz zu stellen und einen Kompromiss mit der SPD in Bezug auf die Spritpreise abzulehnen. „Wer sich wie Reiche gegen ein Machtwort des Kanzlers stellt, will eine andere Koalition“, so Bäumler.
Er kritisierte zudem, dass Reiche den Kontakt zur Lebensrealität der Bürger verloren habe. „Wir benötigen Soforthilfen für Menschen, die keine finanziellen Rücklagen haben“, mahnte er und forderte unter anderem ein Mobilitätsgeld für Normalverdiener sowie eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel.
Forderungen nach gemeinsamen Vorschlägen
Kanzler Merz hatte am Donnerstag sowohl die SPD als auch Reiche aufgefordert, gemeinsam Vorschläge zur Entlastung der Bevölkerung zu erarbeiten. Am Freitag lud der Finanzminister Arbeitgeber und Gewerkschaften zu einem Spitzentreffen ein. Reiche äußerte sich in der Presse und kritisierte die Vorschläge der SPD, wie etwa eine Übergewinnsteuer, als „teuer, wirkungsschwach und verfassungsrechtlich fragwürdig“.
Merz forderte daraufhin seine Parteikollegin zur Zurückhaltung auf. Aus seinem Umfeld wurde am Freitag berichtet, dass Merz „befremdet über den öffentlichen Schlagabtausch“ sei.
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Bildquelle: Olaf Kosinsky via Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0 de)