Der Videospielhändler Gamestop hat überraschend angekündigt, die E-Commerce-Plattform Ebay übernehmen zu wollen. Am Wochenbeginn wurde ein konkretes Angebot in Höhe von 56 Milliarden Dollar (47,7 Milliarden Euro) bekannt gegeben, das in Form von Bargeld und Aktien erfolgen soll. Gamestop-CEO Ryan Cohen äußerte, dass er mit dieser Übernahme einen starken Konkurrenten zu Amazon aufbauen möchte.
Das Angebot von Gamestop sieht einen Preis von 125 Dollar pro Aktie vor, was einem Aufschlag von 20 Prozent auf den Schlusskurs vom Freitag entspricht. Nach der Bekanntgabe des Angebots stieg der Aktienkurs von Ebay im nachbörslichen Handel auf etwa 116 Dollar.
Gamestop hält bereits einen Anteil von rund fünf Prozent an Ebay. Basierend auf der zuletzt von Ebay veröffentlichten Zahl der ausstehenden Aktien beziffert Gamestop den Wert des Angebots auf etwa 55,5 Milliarden Dollar. Cohen gab an, dass er bereits eine Zusage für einen Kredit in Höhe von rund 20 Milliarden Dollar für die Übernahme erhalten hat. Die genaue Finanzierung des restlichen Kaufpreises bleibt jedoch unklar.
Strategische Überlegungen hinter der Übernahme
Cohen, der zuvor als Mitgründer des Online-Händlers Chewy tätig war, kritisierte das Management von Gamestop für dessen langsame Reaktion auf den Online-Handel. Seit seiner Übernahme der Unternehmensführung im Jahr 2023 hat er zahlreiche Filialen geschlossen und den Fokus auf den Verkauf von Sammelkarten und Retro-Konsolenspielen gelegt, um Nostalgie bei Gamern zu wecken. In diesem Zusammenhang ist es interessant zu beobachten, wie QVC mit seiner Neuausrichtung auf die Herausforderungen des Marktes reagiert.
Auch Ebay hat sich in letzter Zeit verstärkt auf profitable Kategorien wie Sammelartikel, Autoteile und gebrauchte Modeartikel konzentriert. CEO Jamie Iannone setzt zudem auf den Einsatz von Künstlicher Intelligenz, um das Einkaufserlebnis auf der Plattform zu verbessern. Eine offizielle Stellungnahme von Ebay zu Cohens Übernahmeangebot steht bislang aus. Die Entwicklungen im Bereich KI sind besonders relevant, da Verbraucher zunehmend durch neue Betrugsmaschen betroffen sind.
Gamestop sorgte während der Corona-Pandemie für Aufsehen, als private Anleger den Aktienkurs des Unternehmens gegen die Skepsis von Wall-Street-Analysten in die Höhe trieben. Zudem sind die Preisanpassungen für das Deutschlandticket ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmen auf Marktveränderungen reagieren müssen.