Die QVC Group, ein führender Anbieter im Bereich Teleshopping, hat in den USA ein Insolvenzverfahren eingeleitet. Das Unternehmen sieht sich gezwungen, seine Schulden erheblich zu reduzieren und die finanzielle Basis neu zu strukturieren.
Aktuellen Angaben zufolge belaufen sich die Verbindlichkeiten des Unternehmens auf etwa 6,6 Milliarden US-Dollar, die auf rund 1,3 Milliarden Dollar gesenkt werden sollen. QVC, das 1986 gegründet wurde, ist nicht nur für seinen eigenen Sender bekannt, sondern betreibt auch das Home Shopping Network (HSN).
Veränderungen im Konsumverhalten
Die beiden Marken von QVC stehen seit geraumer Zeit unter Druck. Der Hauptgrund dafür ist der Wandel im Konsumverhalten: Traditionelles Fernsehen verliert an Bedeutung, während der Onlinehandel und digitale Plattformen zunehmend an Einfluss gewinnen. Viele Unternehmen in der Branche haben Schwierigkeiten, ihre Geschäftsmodelle entsprechend anzupassen. Ein Beispiel dafür ist der Rückblick auf Channel 21, der nach 25 Jahren in den Konkurs ging.
- 230 Arbeitsplätze betroffen: Deutschlands größtes Fliesenwerk hat Insolvenz angemeldet.
- Früherer Weltmarktführer: Der Autozulieferer Erich Jaeger ist ebenfalls insolvent.
Nach Unternehmensangaben sind die internationalen Tochtergesellschaften nicht von dem Insolvenzverfahren betroffen, mit Ausnahme einer nicht operativen Einheit in Luxemburg. Der Geschäftsbetrieb in Ländern wie Deutschland, Großbritannien, Japan und Italien wird weiterhin wie gewohnt fortgeführt. Auch die Zahlungen an Lieferanten sollen planmäßig erfolgen.
Neuausrichtung des Unternehmens
Die Unternehmensführung betont, dass die Insolvenz Teil einer strategischen Neuausrichtung ist. Vorstandschef David Rawlinson erklärte, dass die QVC Group ihre Position im Bereich des sogenannten Live-Social-Shoppings ausbauen möchte. Dazu zählen unter anderem Verkaufsformate über Streamingdienste und soziale Netzwerke wie TikTok. In diesem Zusammenhang ist auch die Frage relevant, wie es mit Kik weitergeht, da der Discounter ebenfalls vor Herausforderungen steht.
Das Unternehmen hebt hervor, dass es über ausreichende Liquidität verfügt, um den laufenden Betrieb aufrechtzuerhalten und die Verpflichtungen gegenüber Gläubigern zu erfüllen. Kündigungen sind nach Angaben des Unternehmens nicht geplant, und die Mitarbeiter sollen weiterhin ihre Gehälter erhalten.
QVC trat 1986 in Konkurrenz zum bereits etablierten Home Shopping Network an. Im Jahr 2017 wurden beide Unternehmen zusammengeführt, als die klassischen Teleshopping-Modelle bereits unter wirtschaftlichem Druck standen. Ein weiterer Aspekt, der die Branche betrifft, ist der Fachkräftemangel in der Fleischwirtschaft, der ebenfalls auf den demografischen Wandel zurückzuführen ist.
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Bildquelle: QVC / Echo Media Group