Die Liste der Kontroversen rund um Kanye West wird durch neue Vorwürfe ergänzt, die ihn in ein negatives Licht rücken. Der Rapper sieht sich mit einer Zivilklage konfrontiert, in der ihm vorgeworfen wird, am 16. April 2024 einen Mann im Chateau Marmont in Hollywood angegriffen und verletzt zu haben.
Der Kläger, dessen Identität in den Gerichtsdokumenten als „John Doe“ angegeben ist, behauptet, dass West ihn ohne Vorwarnung ins Gesicht geschlagen habe, während er sich im Gartenbereich des renommierten Hotels aufhielt. Der Schlag soll so heftig gewesen sein, dass der Mann das Bewusstsein verlor. Laut der Klageschrift soll West ihn anschließend weiter geschlagen haben, während er reglos am Boden lag. Der Kläger betont, dass er den Vorfall in keiner Weise provoziert habe.
Die Klage bezieht sich nicht nur auf den körperlichen Angriff, sondern auch auf die Behauptung, dass West im Nachgang des Vorfalls öffentlich erklärte, der Kläger habe sich unangemessen gegenüber einer Frau aus Wests Umfeld verhalten. Diese Vorwürfe sollen in einem Podcast von West wiederholt und ausgeschmückt worden sein, was zu einer weitreichenden Verbreitung in sozialen Medien führte und dem Ruf sowie der mentalen Gesundheit des Klägers erheblichen Schaden zugefügt habe. Das verfügbare Videomaterial des Abends belege laut Klage kein Fehlverhalten des Mannes.
„Ich habe aus eigener Entscheidung beschlossen, meine Show in Marseille, Frankreich, auf unbestimmte Zeit zu verschieben“, erklärte West auf X.
Der Podcast, auf den sich die Klage bezieht, scheint eine Episode des „The Download“-Podcasts aus dem April 2024 zu sein. In dieser Folge schilderte West, dass ein Mann seine Frau Bianca Censori auf dem Weg zur Toilette im Chateau Marmont angegriffen habe, was ihn zum Eingreifen veranlasst habe.
Einreiseverbot und Konzertabsage
Die Klage gegen Kanye West fällt in eine ohnehin turbulente Phase seines Lebens. In Großbritannien wurde ihm die Einreise verweigert, nachdem er als Headliner beim Wireless Festival in London auftreten sollte, das letztendlich abgesagt wurde. Der britische Premierminister Keir Starmer äußerte sich auf X und erklärte, dass West nicht eingeladen werden sollte. Hintergrund dieser Kritik sind unter anderem antisemitische Äußerungen sowie sein umstrittenes Lied „Heil Hitler“.
In Frankreich wird derzeit geprüft, ob Wests geplanter Auftritt in Marseille verhindert werden kann. Der Innenminister Laurent Nuñez ließ entsprechende Möglichkeiten prüfen, wie Medien berichten. Der Bürgermeister von Marseille, Benoît Payan, hatte sich bereits im März gegen das Konzert ausgesprochen und auf X geschrieben: „Ich weigere mich, Marseille zu einer Bühne für diejenigen zu machen, die Hass und unverhohlenen Nationalsozialismus verbreiten. Kanye West ist im Vélodrome, unserem Tempel des Zusammenlebens und aller Marseiller, nicht willkommen.“
West hat das Konzert mittlerweile verschoben und erklärte: „Nach reiflicher Überlegung und Abwägung habe ich aus eigener Entscheidung beschlossen, meine Show in Marseille, Frankreich, auf unbestimmte Zeit zu verschieben.“ Diese Entwicklungen zeigen, dass der Künstler weiterhin im Fokus der Öffentlichkeit steht und mit ernsthaften rechtlichen sowie gesellschaftlichen Herausforderungen konfrontiert ist.
Bildquelle: David Shankbone via Wikimedia Commons (Public domain)