Helga Piur, die bekannte Schauspielerin aus der DDR, befindet sich derzeit im Krankenhaus, nachdem sie Ende März einen Zusammenbruch erlitten hat. Die 86-Jährige, die in den 1980er Jahren durch ihre Rolle in der Arztserie „Zahn um Zahn“ bekannt wurde, äußert sich besorgt über ihren Gesundheitszustand, zeigt sich jedoch auch optimistisch.
In einem Interview mit einem Magazin erklärte Piur: „Es geht mir im Moment nicht gut. Ich bin im Krankenhaus. Die Situation ist gerade mehr als kompliziert. Ich weiß nicht, was mir fehlt.“ Der Zusammenbruch war begleitet von Herzrasen und einem allgemeinen Gefühl der Schwäche. „Ich fühlte mich mehr als elend, hatte plötzlich keine Kraft mehr, es ging mir schlecht,“ so die Schauspielerin weiter.
Gesundheitliche Herausforderungen und persönliche Reflexionen
Helga Piur beschreibt, dass ihr Körper ihr die Grenzen aufgezeigt hat. Aus ihrem Umfeld wird berichtet, dass die Situation ernst, aber nicht lebensbedrohlich sei. Sie habe stark abgenommen und fühle sich „zu dünn“, wie sie selbst anmerkt.
Die Schauspielerin leidet nicht nur unter körperlichen Beschwerden, sondern auch emotionalen Herausforderungen. „Es ist für mich schwer zu ertragen, dass ich plötzlich nicht mehr kann, wie ich will. Ich war immer kraftvoll, habe mich um andere gekümmert. Aber dabei habe ich mich leider selbst vergessen,“ reflektiert sie über ihre Lebenssituation. In diesen schweren Zeiten denkt sie oft an die Verluste, die sie in den letzten Jahren erlitten hat, wie den Tod ihres zweiten Ehemanns, der Regisseur Günter Stahnke, der 2018 verstarb. Der Verlust hat sie stark getroffen.
Verluste und Trauer
Die letzten Jahre waren für Helga Piur von zahlreichen Verlusten geprägt. Ihr zweiter Ehemann, der Regisseur Günter Stahnke, verstarb 2018 im Alter von 90 Jahren an Krebs. Die beiden lebten 44 Jahre lang zusammen. „Wir haben alles miteinander geteilt, stundenlang über Gott und die Welt geredet,“ erinnerte sie sich kurz nach seinem Tod. „Stahnke war so ein intelligenter Mann, auch wenn unsere Ehe sicherlich nicht immer einfach war, weil wir beide sehr extrovertiert und impulsiv waren.“ Bilder ihres Mannes sind noch heute in ihrem Zuhause zu sehen, und sie zündet täglich Kerzen für ihn an.
Auch ihr erster Ehemann, Gert Andreae, starb im Alter von 47 Jahren an Krebs. Mit der Zeit hat sie immer mehr Freunde und Weggefährten verloren. „Jedes Mal, wenn mich wieder ein lieber Mensch verlassen hat, war ich unendlich traurig. Wie gerne würde ich mit meinem Mann und meinen Freunden noch einmal über die guten alten Zeiten sprechen?“ sagt Piur. Diese Gedanken bringen sie dazu, über die Vergänglichkeit des Lebens nachzudenken, ähnlich wie bei Mario Adorf, dessen Lebenswerk sie bewundert.
Umgang mit der Trauer und der Suche nach Hilfe
Um mit ihrem Schmerz umzugehen, ließ sich Helga Piur von ihrem Arzt starke Beruhigungsmittel verschreiben. Inzwischen betrachtet sie dies als Fehler. „Tabletten sind eben nie eine Lösung. Ich habe nun die Quittung dafür bekommen, dass ich mir nicht früher andere Hilfe geholt habe,“ äußert sie sich kritisch über ihre Entscheidungen.
Trotz der Herausforderungen bleibt Helga Piur optimistisch. „Wenn es mir körperlich wieder besser geht, dann geht es auch mit meiner Seele aufwärts,“ ist sie überzeugt. „Man darf die Hoffnung nie verlieren, sonst ist man selbst verloren.“ Diese Einstellung teilt sie mit vielen anderen, die ähnliche Kämpfe durchleben.
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