Washington/London – In einem Interview mit dem britischen „Telegraph“ äußerte US-Präsident Donald Trump, dass er ernsthaft in Erwägung ziehe, die Vereinigten Staaten aus der NATO zurückzuziehen. Der Grund für diese Überlegung ist die Weigerung des Bündnisses, sich seinem militärischen Engagement gegen den Iran anzuschließen. Dies geschah vor dem Hintergrund der europäischen Zurückhaltung im Konflikt um die Straße von Hormus. Nachdem mehrere NATO-Partner abgelehnt hatten, Kriegsschiffe zur Sicherung dieser wichtigen Handelsroute zu entsenden, wächst der Unmut im Weißen Haus.
Auf die Frage, ob er die US-Mitgliedschaft im Bündnis nach dem Konflikt erneut überprüfen würde, antwortete Trump: „Oh ja, ich würde sagen, das steht nicht mehr zur Debatte.“ Er fügte hinzu: „Ich habe mich nie von der NATO überzeugen lassen. Ich wusste immer, dass sie ein Papiertiger ist – und Putin weiß das übrigens auch.“
Blockade der Straße von Hormus
Die Straße von Hormus ist seit Wochen faktisch blockiert. Normalerweise verlaufen rund 20 Prozent des weltweiten Ölhandels durch diese Meerenge. Die Konsequenzen sind steigende Energiepreise und eine zunehmende Besorgnis über eine mögliche globale Rezession. Trump ist überzeugt, dass die Verbündeten in diesem entscheidenden Moment versagt haben.
„Dass sie nicht da waren, war mehr als nur Abwesenheit – es war tatsächlich schwer zu glauben“, sagte er. Er erinnerte an frühere Einsätze: „Wir waren immer automatisch da, auch für die Ukraine. Die Ukraine war nicht unser Problem. Es war ein Test, und wir waren für sie da – und wir wären immer für sie da gewesen. Sie waren nicht für uns da.“
Infragestellung der NATO-Mitgliedschaft
Zuvor hatte auch US-Außenminister Marco Rubio die zukünftige Treue der USA zur NATO in Frage gestellt. „Es besteht leider kein Zweifel daran, dass wir, nachdem dieser Konflikt beendet ist, diese Beziehung neu bewerten müssen“, sagte Rubio in einem Interview mit dem US-Sender „Fox News“. Er betonte, dass der „Wert der NATO“ betrachtet werden müsse. Dieser Nutzen habe vor allem darin bestanden, in Europa Armeestützpunkte zu haben, von denen aus die US-Armee „Macht in verschiedenen Teilen der Welt ausüben“ könne. Sollte die US-Armee diese Stützpunkte nicht mehr nutzen können, „dann ist die NATO eine Einbahnstraße“, so Rubio.
Trump äußerte sich positiv über Rubios Aussagen und betonte, dass die Forderung nach Unterstützung der NATO in seinem Krieg gegen den Iran Fragen zur Beistandsklausel Artikel 5 aufwerfe. Diese Klausel besagt, dass ein Angriff auf ein Mitglied als Angriff auf alle gilt. Bislang wurde sie nur einmal angewendet, nach den Anschlägen vom 11. September auf die USA. Die Klausel greift jedoch nur, wenn ein NATO-Mitglied angegriffen wird, was im Fall des Krieges im Iran, der mit gemeinsamen US-israelischen Luftangriffen am 28. Februar begann, nicht zutrifft. Zudem gibt es neue Ansätze für Frieden, die in diesem Kontext diskutiert werden.
Ein weiterer Aspekt sind die militärischen Aktivitäten Saudi-Arabiens, die ebenfalls die Situation im Iran beeinflussen könnten.
Wegen guter Zusammenarbeit: Trump sagt zweiten Angriff auf Venezuela ab | Politik
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