Seit den 1980er Jahren dominierte die SPD die politische Landschaft Münchens. Diese Ära ist nun beendet: In der Stichwahl unterliegt der amtierende Oberbürgermeister Dieter Reiter dem Herausforderer Dominik Krause von den Grünen. Der Physiker wird somit der erste grüne Oberbürgermeister der bayerischen Landeshauptstadt.
Bereits vor dem Abschluss der Stimmenauszählung war klar, dass der SPD-Oberbürgermeister Dieter Reiter abgewählt wurde und Dominik Krause als sein Nachfolger feststeht. Das Ergebnis der Stichwahl stellt eine Sensation dar: Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs stellte die SPD, abgesehen von einer kurzen Unterbrechung in den 1980er Jahren, den Oberbürgermeister in München. Reiter war seit 2014 im Amt. Ein grüner Oberbürgermeister war in München bislang noch nie.
„Ich hab’s verbockt, es war meine Schuld“, sagte der 67-jährige Reiter am Wahlabend.
Reiter hatte vor der Wahl zugeben müssen, dass er einen nicht genehmigten, aber bezahlten Posten beim FC Bayern München innehatte. Der Wahlsieg von Krause ist jedoch auch ein Zeichen für den Erfolg der Grünen, die es nach der ersten Wahlrunde vor zwei Wochen in die Stichwahl geschafft hatten. Der 35-jährige Dominik Krause, gebürtiger Münchner, war bereits seit 2023 Zweiter Bürgermeister der Stadt.
Bayern: Ergebnisse der Landrats- und OB-Stichwahlen 2026
Am 22. März 2026 fanden die Stichwahlen um die Ämter der Landräte und Oberbürgermeister in den kreisfreien Städten in Bayern statt.
- CSU
- SPD
- Freie Wähler
- Grüne
Krause ist mit einem Arzt verlobt und sitzt seit zwölf Jahren im Stadtrat. Bereits 2023 sorgte er für Aufsehen, als er München als die „Stadt mit der weltweit größten offenen Drogenszene, nämlich dem Oktoberfest“ bezeichnete und damit für eine Legalisierung von Cannabis warb. Abgesehen von dieser Provokation hielt sich der studierte Physiker jedoch zurück.
Zu jung für das Amt?
Vor dem Wahlabend war Krause bundesweit weitgehend unbekannt. Kritiker, die ihn für zu jung für das Amt des Oberbürgermeisters hielten, begegnete er im Wahlkampf mit Selbstbewusstsein und verwies auf Hans-Jochen Vogel, der 1960 im Alter von 34 Jahren zum Oberbürgermeister gewählt wurde.
Als Reiter im vergangenen Jahr nach einer Operation für zwei Monate ausfiel, übernahm Krause dessen Amtsgeschäfte ohne Probleme. Konflikte scheut er jedoch nicht, auch nicht mit Parteikollegen: Im August 2024 sprach er sich öffentlich für eine Olympia-Bewerbung Münchens aus, was bei vielen Grünen auf Widerstand stieß.
Im Wahlkampf erhielt Krause Unterstützung von dem ehemaligen Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck. Dies war jedoch nicht ohne Risiko, da die CSU seit Jahren gegen Habeck mobil macht. In München brachte dies der CSU jedoch keinen Vorteil: Bei der ersten Wahlrunde am 8. März erzielte die CSU mit über 21 Prozent nur den dritten Platz.
Ein Aufbruch für München
Auf der Wahlparty der Grünen kündigte Krause am Abend der Stichwahl einen Aufbruch für München an:
„Es war eine besondere Atmosphäre in der Stadt. Jetzt packen wir es, jetzt bewegen wir wieder was“,
sagte er. Das Wahlergebnis bezeichnete er als „Wahnsinn“. Dem unterlegenen Reiter dankte Krause für die letzten zwölf Jahre und rief seine Partei zum Feiern auf:
„Und jetzt reißen wir die Halle ab!“
In der aktuellen Situation steht auch Trainer Kwasniok unter Druck nach Unentschieden gegen Gladbach, was die Diskussion um die Trainerwechsel beim 1. FC Köln weiter anheizt. Zudem wird das Rheinische Derby: 1. FC Köln trifft auf Borussia Mönchengladbach im TV immer spannender. Die Frage bleibt, ob ein Trainerwechsel beim 1. FC Köln: Kwasniok wird abgelöst die Wende bringen kann.
Baden-Württemberg-Wahl 2026: Özdemir siegt – CDU enttäuscht, SPD im freien Fall
„`
Bildquelle: depositphotos