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Wie lange müssen Reisende noch unter den Lufthansa-Streiks leiden?

Nach wochenlangen Streiks bei Lufthansa sind die Passagiere zunehmend frustriert. Annullierte Flüge und überlastete Hotlines führen zu scharfen Reaktionen in Online-Foren. Die Stimmung kippt, während die Gewerkschaften weiterhin für bessere Bedingungen kämpfen.

Wie lange müssen Reisende noch unter den Lufthansa-Streiks leiden?
Julian Herzog (Website) via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Wirtschaft

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Wie lange müssen Reisende noch unter den Lufthansa-Streiks leiden?

15.04.2026, 11:54 Uhr

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Der Frust unter den Passagieren der Lufthansa wächst. Annullierte Flüge, überlastete Hotlines und geplatzte Reisepläne sind die Folgen der anhaltenden Streiks. In Online-Foren entlädt sich der Unmut der gestrandeten Reisenden, teils in scharfer, teils in beleidigender Form. Steht die Stimmung nun auf der Kippe?

Ein Nutzer mit dem Namen PradeYT äußert seinen Unmut: „Stell dir vor, du arbeitest hart in einem Beruf, in dem man nicht streiken darf. Dann fliegst du extra Freitag zurück, um rechtzeitig zu sein. Am Freitag fällt dein Flug aus, weil eine kleine privilegierte Gruppe nicht genug bekommt“, schreibt der als Stammgast klassifizierte Nutzer. Auch an den anderen Tagen sei das Fliegen unmöglich, da auch dann gestreikt werde. „Möge Lufthansa das mal vor Gericht kippen. Verhältnismäßig ist hier ja nichts mehr.“

Die Streiks der Pilotengewerkschaft Cockpit sowie der Flugbegleitergewerkschaft Ufo sorgen für hitzige Diskussionen – nicht nur im Forum Travel Dealz. Bereits am vergangenen Freitag legten die Flugbegleiter die Arbeit nieder. Am Montag und Dienstag folgten die Piloten mit ihren Arbeitsniederlegungen. Am heutigen Mittwoch und Donnerstag sind erneut die Flugbegleiter im Streik. Damit wird die größte deutsche Airline fünf Tage lang bestreikt.

Lufthansa feiert 100 Jahre und wird gestört

Die Streiks der Flugbegleiter fallen ausgerechnet mit dem Festakt zum 100. Geburtstag der Lufthansa. An diesem Tag wollte sich das Management im Beisein von Bundeskanzler Friedrich Merz feiern lassen. Doch nun ist auch eine Demonstration der Arbeitskämpfer angekündigt, was dazu führt, dass hunderte Flüge, insbesondere in Frankfurt und München, ausfallen. Dies verärgert die Passagiere, die ihren Frust teilweise offen kundtun.

Bereits seit Monaten verhandeln die Gewerkschaften und das Management über einen neuen Manteltarifvertrag. Die Piloten fordern höhere Betriebsrenten, während die Flugbegleiter vor allem einen besseren Kündigungsschutz anstreben. Hintergrund dieser Forderungen ist, dass die Lufthansa zunehmend Flugzeuge in Tochtergesellschaften eingesetzt hat, wo günstigere Konditionen gelten. „Flugzeuge fliegen da, wo sie profitabel fliegen können“, erklärte Lufthansa-Personalchef Michael Niggemann. Die Spartengewerkschaft scheine das Schicksal der Fluggäste nicht zu interessieren. Aus der Gewerkschaft wird hingegen berichtet, dass die Lufthansa bisher kein tragfähiges Angebot unterbreitet habe und die Wertschätzung für das Personal zu wünschen übrig lasse.

Passagiere zeigen wenig Verständnis

Bei den Passagieren stößt die Situation auf wenig Verständnis. Insbesondere Vielflieger äußern sich online über die Auswirkungen des Streiks auf ihre Reiseplanung. „Das zweite Mal diese Woche annulliert. Auf der Hotline kein Durchkommen. Die Warteschleifen werden nicht kürzer“, schreibt ein Nutzer im Forum Vielflieger Treff. Auf der Plattform Travel Dealz sind Kommentare zu lesen wie: „Klar, jeder ist ein Stück weit seines Glückes Schmied, aber ich finde diese Streikerei schamlos“, oder „Wenn man vor lauter Streiks die Forderungen nicht mehr sieht, stimmt etwas nicht.“

Ein weiterer Nutzer bemerkt: „Die Situation wird zusätzlich durch die Aussetzung von Nahost-Flügen kompliziert, was die Reiseplanung noch schwieriger macht.“

Frustration in sozialen Netzwerken

Auch auf sozialen Netzwerken wie LinkedIn oder Facebook lassen viele ihren Unmut freien Lauf. „Ich habe Verständnis für Arbeitskämpfe – Pfleger, Kindergärtner und andere schlecht bezahlte Berufe“, heißt es auf LinkedIn. „Aber bei den Lufthansa-Piloten habe ich zunehmend den Eindruck, dass hier eine privilegierte Klientel nicht genug bekommt. Wann werden die jemals genug haben und aufhören, ihre Kunden zu terrorisieren?“

Ein anderer fragt: „Wer ist heute betroffen, und steigt Euer Blutdruck oder nehmt Ihr es gelassen?“ Während einige sorgfältig durchrechnete Beispiele zu den Gehältern der Flugbegleiter präsentieren, äußern andere offen sexistische Kommentare über Flugbegleiterinnen.

Verhärtete Fronten in den Tarifverhandlungen

Es scheint, als würden sich die Parteien nicht bald annähern. Die Fronten in den Tarifverhandlungen sind zu verhärtet. Der Flughafenverband ADV plädiert für eine Einschränkung des Streikrechts. „Das Streikrecht ist verfassungsrechtlich geschützt – aber es ist kein schrankenloses Recht“, erklärte ADV-Geschäftsführer Ralph Beisel. „Gerade in Bereichen mit hoher Drittbetroffenheit braucht es klare gesetzliche Leitplanken, die die Interessen der Allgemeinheit stärker berücksichtigen. Die Bundesregierung ist gefordert, ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Tarifautonomie und Gemeinwohl sicherzustellen.“

Lufthansa-Chef bleibt gelassen

Lufthansa-Chef Carsten Spohr zeigt sich von den Streiks unbeeindruckt. „Lieber einige Tage mit einem streikbedingt reduzierten Angebot der Lufthansa-Gruppe als irgendwann dauerhaft mit einer deutlich reduzierten Kernmarke“, äußerte Spohr in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Eine baldige Einigung scheint nicht in Sicht.

Immerhin eine Branche versucht, von der Situation zu profitieren. Anbieter von Charter-Jets nutzen die allgemeine Wut für ihre Werbeanzeigen. Der Preis pro Stunde liegt bei mehreren Tausend Euro. Ob der Frust bei vielen tatsächlich so groß ist, wird sich zeigen.

Zusätzlich gibt es Berichte über Krisensituationen an Bord, die die ohnehin angespannte Lage weiter verschärfen könnten.

Die Preisanpassungen für das Deutschlandticket könnten ebenfalls Auswirkungen auf die Reisekosten haben und die Unzufriedenheit der Reisenden verstärken.

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Bildquelle: Julian Herzog (Website) via Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

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