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Wie kann ein verletzter Wal vor Timmendorf gerettet werden?

Ein schwer verletzter Großwal hat vor Timmendorf auf einer Sandbank gestrandet und kämpft ums Überleben. Rettungskräfte und Meeresschützer versuchen verzweifelt, das Tier zu befreien, dessen Gesundheitszustand kritisch ist.

Wie kann ein verletzter Wal vor Timmendorf gerettet werden?

Timmendorfer Strand – In der Lübecker Bucht sorgt ein schwer verletzter Großwal für Aufregung. In der Nacht zu Montag ist das Tier auf einer Sandbank vor dem beliebten Urlaubsort Niendorf (Gemeinde Timmendorfer Strand) gestrandet und kämpft nun ums Überleben.

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Die gesundheitliche Lage des Wals ist alarmierend: Gegen 1:50 Uhr wurden Anwohner auf die Situation aufmerksam, als der Wal laute Geräusche von sich gab. Er ist in nur 1,40 Meter tiefem Wasser auf einer Sandbank gefangen. Sofort rückten Polizei und Wasserschutzpolizei an, um das Tier zu retten. Auch Experten des Instituts für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung (ITAW) sowie Mitarbeiter der Meeresschutzorganisation „Sea Shepherd“ sind auf dem Weg nach Niendorf (Schleswig-Holstein).

Ersten Berichten zufolge lebt der Wal noch, jedoch ist seine gesundheitliche Situation äußerst kritisch. Der Meeressäuger ist nur teilweise mit Wasser bedeckt und kann sich nicht selbst aus seiner misslichen Lage befreien.

Die dramatische Situation des Wals

Experten vermuten, dass es sich um denselben Wal handelt, der seit mehreren Wochen durch die Ostsee irrt. Anfang des Monats wurde der Jungbulle im Hafen von Wismar gesichtet, wo er in einem Fischernetz gefangen war. Einsatzkräfte konnten ihn damals teilweise befreien.

Am Freitag wurde der Wal erneut vor Travemünde entdeckt. Aktivisten von „Sea Shepherd“ schnitt ihn aus weiteren Netzresten frei, die ihn stark einschnürten und seine Bewegungsfreiheit erheblich einschränkten.

„Ehrlich gesagt, sieht es nicht gut für ihn aus“, äußerte sich Manuel Abraas, Sprecher von Sea Shepherd, zur Situation des Wals. „Er ist stark geschwächt und hat offenbar zu wenig Nahrung aufgenommen. Zudem ist eine Leine um seinen Körper gewickelt.“

Die Rettung des Wals gestaltet sich schwierig, da in der Ostsee im Gegensatz zur Nordsee die Gezeiten fehlen, die dem Tier helfen könnten, sich selbst zu befreien. Die Chancen auf eine Rettung stehen schlecht, und es ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Rettungsstrategien im Gespräch

Mehrere Rettungsmethoden werden von Meeresschützern und Einsatzkräften diskutiert. Eine Möglichkeit besteht darin, mit einer großen Anzahl von Personen gleichzeitig ins Wasser zu gehen und zu versuchen, den Wal mit vereinter Kraft ins tiefere Wasser zu schieben oder zu ziehen.

„Das Problem ist, dass der Wal nicht rückwärts schwimmen kann und aus dem Tiefen ins Flache geschwommen ist. Wenn er jetzt geradeaus weiter schwimmt, würde er in noch flachere Gewässer gelangen. Man müsste ihn rückwärts von dieser Sandbank herunterziehen. Inwieweit das mit Menschenkraft machbar ist, ist fraglich“, erklärte Sven Biertümpfel, Marineumweltwissenschaftler von Sea Shepherd.

Biertümpfel war auch der Taucher, der im Hafen von Wismar die Netzreste vom Wal entfernt hatte. Eine weitere Möglichkeit wäre, den Wal mit einem Schiff von der Sandbank zu ziehen. „Allerdings wäre das für die Person, die das Seil an der Schwanzflosse befestigen muss, lebensgefährlich“, so Biertümpfel.

Zusätzlich besteht die Gefahr, dass der Wal aufgrund seines hohen Eigengewichts beim Ziehen zerreißen könnte. Daher könnte eine Kombination aus Ziehen und Schieben die beste Lösung darstellen.

Aktuell wird abgewartet, bis die Experten von der ITAW eintreffen, um zu beurteilen, welche Methode den geringsten Stress für das Tier bedeutet.

Die Polizei hat das Areal mittlerweile gesperrt, um den Stresspegel für den Wal so gering wie möglich zu halten, während zahlreiche Schaulustige Fotos machen und die Situation beobachten.

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