Mannheim – Die Befürchtungen vieler Autofahrer haben sich bewahrheitet: Die seit dem 1. April 2026 geltende 12-Uhr-Regel hat die Preise für Kraftstoffe weiter in die Höhe getrieben. Eine aktuelle wissenschaftliche Untersuchung des ZEW Mannheim (Leibniz-Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung) und des Düsseldorfer Instituts für Wettbewerbsökonomie (DICE) zeigt, dass die Mineralölindustrie von den Preiserhöhungen profitiert hat.
Die Studie belegt, dass die Gewinnmarge für Superbenzin in den ersten zwei Wochen nach Einführung der Regel im Durchschnitt um 6 Cent pro Liter höher lag als in den zwei Wochen zuvor. Bei Diesel schwankten die Margen stark, weshalb ein belastbarer Anstieg derzeit nicht quantifiziert werden kann. Leona Jung, eine der Studienautoren vom DICE, zieht folgendes Fazit:
„Das Maßnahmenpaket hat bisher nicht dazu geführt, das Preisniveau zu senken.“
Die Höhe des Preisanstiegs und der Gewinne variiert jedoch je nach Region und Tankstellengröße. Die Forscher stellten fest, dass kleinere Ketten und unabhängige Anbieter die größten Margenanstiege verzeichneten, während große Ketten die geringsten Zuwächse aufwiesen. Diese Entwicklungen sind besonders relevant im Kontext der Preisanpassungen für das Deutschlandticket, die ebenfalls ab 2027 in Kraft treten werden.
Steuerentlastung für Autofahrer ab Mai
Ab dem 1. Mai 2026 sollen die Preise für Benzin und Diesel sinken: Bis Ende Juni werden die Steuern auf beide Kraftstoffe um etwa 17 Cent brutto pro Liter reduziert. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar sind die Spritpreise stark angestiegen und liegen trotz eines zwischenzeitlichen Rückgangs weiterhin deutlich über dem Niveau vor dem Kriegsausbruch. Diese Situation wird zusätzlich durch steigende Produktionskosten verstärkt, die auch andere Branchen betreffen.
Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (51, SPD) hat bereits vor der Einführung der 12-Uhr-Regel eine Verlängerung des Tankrabatts gefordert, falls die Spritpreise nicht sinken sollten.
„Es ist völlig klar, dass dieser Rabatt verlängert werden muss, solange diese Preise so hoch sind“,
äußerte Schwesig gegenüber „phoenix“. Sie betonte, dass eine Begrenzung auf zwei Monate keine dauerhafte Lösung darstellen könne. Auch die Frage, warum sich Dieseltanker von Europa abwenden, spielt in diesem Kontext eine Rolle.
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