Die Preise für Lebensmittel, insbesondere für Schokolade und Kaffee, steigen weiterhin. In diesem Kontext äußert sich Rewe-Chef Lionel Souque kritisch gegenüber namhaften Markenherstellern und benennt spezifische Unternehmen. Die Branche sieht sich mit erheblichen Herausforderungen konfrontiert, die durch steigende Kosten für Personal und Energie verstärkt werden.
Souque erklärte:
„Der Kakaopreis ist bis letztes Jahr unglaublich gestiegen, also gab es massive Preiserhöhungen. Seit Monaten sinken die Rohstoffpreise. Aber die großen Markenhersteller, vor allem Lindt und Mondelēz, haben die Preise erhöht.“
Diese Aussagen machte er in einem Interview mit einem Nachrichtenmagazin.
Ein Beispiel, das Souque anführt, ist die „Alpenmilch-Schokolade“ von Milka. Die unverbindliche Preisempfehlung für die 100-Gramm-Tafel lag bei 1,49 Euro, bevor die Tafel auf 90 Gramm verkleinert wurde, während der Einkaufspreis für den Supermarkt anstieg.
„Unter diesen Bedingungen ist ein Verkauf unter 1,99 Euro kaum darstellbar gewesen. Das ist irre“,
kritisierte der Rewe-Chef.
Preisschwankungen und Verbraucherunsicherheit
Rewe sieht sich jedoch ebenfalls in der Kritik. Die Preisgestaltung im Supermarkt sorgt für Verwirrung unter den Verbrauchern. Oft wird Markenschokolade wie „Milka“ oder „Ritter Sport“ für 1,11 Euro im Sonderangebot beworben, nur um dann wieder auf 1,99 Euro zu steigen. Hinzu kommt die Diskussion um geschrumpfte Verpackungsgrößen, was die EU dazu veranlasst, mehr Transparenz zu fordern.
Der Europäische Gerichtshof hat die Einhaltung der Preisangabenverordnung gefordert. Diese besagt, dass Preiswerbung nur zulässig ist, wenn der reduzierte Preis unter dem günstigsten Preis der letzten dreißig Tage liegt. Dies könnte das wöchentliche Verwirrspiel am Regal beenden.
Verbraucherinteresse an Preisen
Eine Umfrage zeigt, dass etwa 74 Prozent der Bevölkerung beim Lebensmittelkauf gezielt auf Sonderangebote achten. Für fast 60 Prozent der Befragten ist der Preis entscheidend für die Auswahl der Produkte, wie der Ernährungsreport 2025 des Agrarministeriums belegt.
In Bezug auf die Diskussion über eine mögliche Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel äußerte Souque:
„Wir würden – wie auch zu Corona-Zeiten – im Durchschnitt so eine Steuersenkung über die Preise natürlich weitergeben. Das kann ich aber nicht für jeden einzelnen Artikel garantieren. Es würde wahrscheinlich ein Mix.“
Er betonte, dass das gesamte Sortiment betrachtet werden müsse, nicht jeder Artikel einzeln.
Rewe gehört zusammen mit Edeka zu den größten Lebensmittelhändlern in Deutschland und beschäftigt rund 280.000 Mitarbeiter. Beide Unternehmen zeigen zudem Interesse an der Übernahme von Filialen des Mitbewerbers Tegut, der sich vom deutschen Markt zurückzieht. In diesem Zusammenhang ist es auch interessant, die Entwicklungen bei QVC zu beobachten, die Insolvenz anmelden mussten.
Zusätzlich sind die steigenden Produktionskosten ein Thema, das viele Unternehmen betrifft und auch die Preise für Haushalts- und Pflegeprodukte beeinflusst. Auch die neuen Betrugsmaschen durch KI sind ein wachsendes Problem für Verbraucher.
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