Die anhaltenden Preissteigerungen im Kraftstoffbereich zwingen viele Menschen in Deutschland dazu, ihre Ausgaben zu überdenken. Autofahrer lassen aufgrund der hohen Spritpreise zunehmend ihr Fahrzeug stehen. Dies hat auch Auswirkungen auf andere Lebensbereiche, in denen die Deutschen ihre Ausgaben reduzieren.
Verändertes Mobilitätsverhalten
Die gestiegenen Kraftstoffpreise beeinflussen das Mobilitätsverhalten vieler Autofahrer in Deutschland erheblich. Laut einer repräsentativen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag von RTL/ntv geben 31 Prozent der Nutzer von Benzin- oder Dieselautos an, dass sie derzeit seltener mit dem Auto fahren als noch vor einigen Wochen. Im Gegensatz dazu berichten 68 Prozent, dass sich ihr Fahrverhalten nicht verändert hat.
Besonders betroffen: Menschen mit niedrigem Einkommen
Der Spareffekt ist besonders stark bei Personen mit geringerem Einkommen. In Haushalten, die weniger als 2500 Euro netto im Monat verdienen, fahren 44 Prozent seltener Auto. Bei Haushalten mit einem Einkommen von über 4000 Euro liegt dieser Wert bei 24 Prozent. Personen, die täglich auf das Auto angewiesen sind, reduzieren ihre Fahrten deutlich seltener als Gelegenheitsfahrer.
Alternative Verkehrsmittel im Trend
Wer sein Auto seltener nutzt, weicht häufig auf andere Verkehrsmittel aus. 51 Prozent der Befragten geben an, dass sie vermehrt das Fahrrad nutzen, während 42 Prozent häufiger zu Fuß gehen. 35 Prozent steigen verstärkt auf Busse und Bahnen um, und 22 Prozent organisieren Fahrgemeinschaften.
Alltagsausgaben unter Druck
Zusätzlich berichten 58 Prozent der Befragten, dass sie sich im Alltag aufgrund steigender Preise eingeschränkt haben. 41 Prozent hingegen geben an, dass sich ihr Verhalten nicht wesentlich verändert hat. Besonders häufig sparen jüngere Menschen unter 30 Jahren sowie Haushalte mit einem Einkommen von weniger als 2500 Euro netto.
Bereiche, in denen gespart wird
Die Befragten, die ihre Ausgaben reduzieren, tun dies häufig in mehreren Bereichen gleichzeitig. Am häufigsten wird beim Essengehen gespart: 76 Prozent der Betroffenen nennen diesen Punkt. Jeweils 69 Prozent reduzieren ihre Ausgaben für Neuanschaffungen und Lebensmittel, während 65 Prozent beim Kraftstoff sparen. Auch bei Energieverbrauch, Urlaub und Freizeitaktivitäten schränken sich die Bürgerinnen und Bürger ein. 59 Prozent sparen bei Energie, 57 Prozent beim Urlaub und 55 Prozent bei Freizeitangeboten.
Die Daten zur Umfrage wurden vom Markt- und Meinungsforschungsinstitut Forsa im Auftrag von RTL Deutschland zwischen dem 24. und 27. April 2026 erhoben. Die Datenbasis umfasst 1005 Befragte, mit einer statistischen Fehlertoleranz von plus/minus 3 Prozentpunkten.
Bildquelle: Birgit Böllinger auf Pexels