AfD bleibt die führende politische Kraft in Mecklenburg-Vorpommern
Etwa zehn Wochen vor der Landtagswahl zeigt eine repräsentative Umfrage von infratest dimap, dass die AfD in Mecklenburg-Vorpommern weiterhin mit 36 Prozent die stärkste politische Kraft ist. Die SPD hat sich auf 29 Prozent verbessert. Zudem könnten die Grünen mit einem Stimmenanteil von fünf Prozent die Chance haben, erneut in den Landtag einzuziehen, was möglicherweise weitreichende Auswirkungen auf die politische Landschaft des Bundeslandes hätte.
Koalition Rot-Rot-Grün als Option
Eine potenzielle Koalition aus SPD, Linken und Grünen, auch bekannt als Rot-Rot-Grün, könnte bei der bevorstehenden Wahl eine hauchdünne Mehrheit der Sitze erreichen. Dies wäre ein historischer Schritt für Mecklenburg-Vorpommern. Zusammen würden die drei Parteien in der aktuellen Umfrage auf 46 Prozent kommen, was einen Prozentpunkt mehr ist als die Stimmen der übrigen im Landtag vertretenen Parteien. Dies könnte bedeuten, dass Manuela Schwesig von der SPD auch weiterhin als Regierungschefin agieren könnte, selbst wenn ihre Partei nicht die stärkste Kraft wird. Dennoch ist Vorsicht geboten, da die Umfrage eine Schwankungsbreite von zwei bis drei Prozentpunkten aufweist.
SPD im Aufwind, CDU mit Verlusten
In der Umfrage hat die SPD um zwei Prozentpunkte zugelegt, was Ministerpräsidentin Schwesig als Teil einer „Aufholjagd“ betrachtet. Sie weist darauf hin, dass der Weg noch lang ist, um die Wähler von einer stabilen und verlässlichen Regierungsführung zu überzeugen. Die AfD hingegen bleibt stabil bei 36 Prozent, was auch schon in der Mai-Umfrage der Fall war. Ihr Spitzenkandidat Leif-Erik Holm äußert den Wunsch nach einer Alleinregierung und sieht den Wahlkampf als gerade erst beginnend an.
CDU und Linke in der Krise
Die CDU muss in der Umfrage einen Rückgang auf nur noch neun Prozent hinnehmen, was einen Verlust von einem Punkt im Vergleich zur vorherigen Mai-Umfrage bedeutet. Die Partei sieht sich in einem Wettbewerb zwischen der SPD und der AfD und beschreibt die Situation als Momentaufnahme. Die Linke bleibt stabil bei zwölf Prozent, hat jedoch ebenfalls einen Punkt eingebüßt. Vizeministerpräsidentin Simone Oldenburg bewertet das Umfrageergebnis als Bestätigung für die Relevanz ihrer Partei.
Optimismus bei den Grünen
Die Grünen scheinen sich von einem stagnierenden Wert von vier Prozent zu erholen. Laut der Umfrage könnten sie mit fünf Prozent erneut in den Landtag einziehen. Trotz innerparteilicher Konflikte in der Vergangenheit zeigt sich die neue Spitzenkandidatin Claudia Müller optimistisch und unterstreicht die Notwendigkeit, um jede Stimme zu kämpfen.
Wachsende Beliebtheit von Schwesig
Ministerpräsidentin Schwesig hat in den letzten Wochen durch eine hohe Medienpräsenz geglänzt und kritisierte die Bundesregierung in verschiedenen Bereichen. Diese Sichtbarkeit scheint sich auszuzahlen: Eine Mehrheit von 49 Prozent der Befragten würde sie als Ministerpräsidentin bevorzugen, während Leif-Erik Holm von der AfD auf 27 Prozent kommt. Darüber hinaus zeigt eine Umfrage, dass 50 Prozent der Befragten eine Zusammenarbeit der anderen Parteien mit der AfD für möglich halten, während eine Koalition unter Führung der AfD von 51 Prozent abgelehnt wird.
Umfragedetails
Die Umfrage wurde zwischen dem 2. und 6. Juli 2026 unter 1.167 wahlberechtigten Personen aus Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Die Befragung erfolgte mittels computergestützter Telefon- und Online-Interviews, wobei die Auswahl der Teilnehmer auf Zufallsstichproben basierte. Um eine hohe Verallgemeinerbarkeit zu gewährleisten, wurden die Ergebnisse nach soziodemographischen Merkmalen gewichtet. Die Schwankungsbreite beträgt zwei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 10 Prozent und drei Prozentpunkte bei einem Anteilswert von 50 Prozent.
Quellen: tagesschau, NDR